Dominion schafft das Double

dominionDominion hat nach dem Preis „Spiel des Jahres“ auch den Titel „Deutscher Spielepreis“  erhalten, der nicht durch eine Jury, sondern durch Abstimmung von Spielern und Spiele- Experten vergeben wird. Der Preis wird am Vorabend der Internationalen Spieltage in Essen 2009 feierlich überreicht.

Hier die einzelnen Ergebnisse:

Familien-/Erwachsenenspiel
1. Dominion (Donald Vaccarino / Hans im Glück)
2. Le Havre (Uwe Rosenberg / Lookout Games)
3. Pandemie (Matt Leacock / Pegasus Spiele)

Kinderspiel
Burg der 1000 Spiegel (Inka und Markus Brand / Kosmos)

Beispielhafte Regel
Diamonds Club (Rüdiger Dorn / Ravensburger)

Die Letzten 5 Sieger des Deutschen Spielepreises:

2008: Agricola
2007: Die Säulen der Erde
2006: Caylus
2005: Louis XIV

Quelle:  www.deutscherspielepreis.de/

Adios Amigos

adiosamigoscoverAdios Amigos ist ein rasantes Spiel von Momo Besedic aus dem Pegasus Spiele Verlag. Irgendwo in Mexiko treffen die rivalisierenden Banden aufeinander. Nun gilt es der kühnste Desperado zu sein, um den Finger am schnellsten am Abzug zu haben.

Jeder Spieler legt zu Beginn einer jeden Runde drei Desperado-Karten offen vor sich aus, sodass sie alle Spieler gut sehen können. Diese Desperados müssen die Mitspieler versuchen zu treffen. Dazu sind auf den Karten zwei Zahlen aufgedruckt, deren Summe oder Differenz benötigt wird, um den Desperado auf der Karte zu vernichten. Dazu hat jeder Spieler 10 Revolvermarken mit den Zahlen 0 – 9, welche er umgedreht vor sich gemischt ablegen muss. Alle Spieler decken gleichzeitig zwei Marken auf. Entspricht eine Marke der Summe oder der Differenz einer Desperado Karte eines anderen Spielers, kann er den Marker auf die Karte legen und somit ist der Desperado ausgeschaltet.

Um die Summe der beiden Zahlen bilden zu können, kann es erforderlich sein, zwei oder mehr Marker zu opfern. Damit diese aber abgefeuert werden können, muss man ein Dynamitbündel opfern. Davon hat jeder Spieler pro Runde eins, was es ihm ermöglicht seine Mitspieler für 10 Sekunden handlungsunfähig zu machen und zudem mehrere Marker auf den Desperado zu legen. (mehr …)

Cuba – Spielecafé

spielbox cafeDas Spielbox – Spielecafé ist eine Mini-Erweiterung aus der Zeitschrift Spielbox 01/08 für das Spiel Cuba von Eggertspiele.

Wie alle Gebäude ist dies von Spielbeginn an zu kaufen. Der Preis hierfür sind zwei Holz, zwei Stein und einmal Wasser. Dafür bekommt man bei jeder Aktivierung der Karte eine Buddel Rum.

Guatemala Café

guatemala_cafeGuatemala Café ist ein Spiel von Inka und Markus Brand aus dem Hause Eggertspiele. Um was sollte es bei diesem Spiel auch anderes gehen als um das schwarz-braune Gold, den Kaffee. Am letzten sonnigen Tag haben wir es uns also auf dem Balkon gemütlich gemacht, dieses Spiel rausgeholt und uns dazu einen frisch gebrühten Kaffee genossen.

Beim Öffnen der Schachtel strömt einem der Geruch leckeren Kaffees entgegen und stimmt somit angenehm auf das Spiel ein. Dem Spiel ist ein kleiner Beutel mit Kaffeebohnen beigelegt, daher dieser Duft.

Das Spielmaterial ist, wie bei Eggertspiele gewohnt, in super Qualität. Alles besteht aus hochwertigem Holz und zudem kommen zwei riesig große Spielpläne zum Vorschein. Leider ist jedoch die Regelbeschreibung etwas missverständlich und führt vorerst zu Verwirrung. Es wäre sehr vorteilhaft gewesen, wenn mehr mit Beispielen und Bildern gearbeitet worden wäre. Es ist also durchaus sehr mühsam, das Spielprinzip zu verstehen. Ist es jedoch einmal verstanden, ist es auch schnell verinnerlicht.
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Pandemie

pandemieWas eine Pandemie ist, haben uns die Nachrichtenagenturen dieser Welt erklärt, als es um die neuenglisch sogenannte „Swine Flu“ ging. Wer spielerisch erfahren möchte, wie sich eine Pandemie auswirkt, kann dies im gleichnamigen Brettspiel von Matt Leacock erfahren.

Bei  Pandemie handelt man kooperativ und tritt also gemeinsam gegen das Spiel an. Für das Thema ist dies ein ideales Format, denn die Teilnehmer fragen sich des Öfteren, ob sie die sich ausbreitende Epidemie wirksam bekämpfen können oder ob es bereits zu spät sind. (mehr …)

Portobello Market

portobellomarketPortobello Market von Thomas Odenhoven ist ein schnelles, aber einfaches Familienspiel von Schmidt Spiele, welches taktische und Glückselemente sehr schön vereint.

Der Spielplan stellt einen Ausschnitt von London aus der Vogelperspektive dar, wo Häuser, Gassen und kleine Plätze zu sehen sind. Durch die sternförmig verlaufenden Straßen werden Distrikte gebildet.

Auf den Gassen gilt es Marktstände zu errichten, wofür es unterschiedliche Punkte gibt. Hier gilt es eigene Stände möglichst geschickt zu platzieren, um besonders viele Waren auf dem Markt zu verkaufen und dafür entsprechend Siegpunkte zu kassieren.

Jeder Spieler erhält neben den Markständen noch Plättchen, die ihm zwei, drei oder vier Aktionen in jeder Spielphase erlauben. Wurde ein Plättchen in Anspruch genommen, wird es umgedreht und steht erst wieder zur Verfügung, wenn alle anderen ebenfalls verwendet und umgedreht wurden.

Bei dem Platzieren der Marktstände muss beachtet werden, dass diese nur in dem Distrikt gesetzt werden können, in dem sich der Bobby befindet. Dieser kann immer kostenlos über eine Gasse hinweg in einen anderen Distrikt gesetzt werden, soweit der Spieler die Ständemehrheit in der betreffenden Gasse besitzt. Ansonsten muss eine Gebühr in Form von Punkten abgegeben werden.

Die Punkte für die Marktstände ergeben sich schlussendlich aus den auf den angrenzenden Platzen befindlichen Kunden.

Portobello Market ist ein super gezeichnetes Spiel mit qualitativ hochwertigen Marktständen, Kunden und Bobby aus Holz. Auch die Pappelemente sind aus stabilem Karton und machen einen robusten Eindruck. Die Anleitung ist leicht zu verstehen und die Spielzüge sind schnell verinnerlicht.

Das Spiel ist eine gelungene Mischung aus Glück und Strategie. Der einzige Glücksfaktor, das ziehen der Kunden aus einem Beutel, ist zugleich ein erheblicher. Die Strategie hat jedoch noch genügend Raum, indem die Anzahl der Aktionen einer Runde frei einteilbar sind, der Bobby taktisch klug versetzt und Marktstände geschickt aufgebaut werden können.

Möchte man den Glücksfaktor rausnehmen, kann man die vorgeschlagene Variante spielen, welche die Reihenfolge der Kunden anzeigt. So wird das Spiel jedem Spieler gerecht.

Domino – Chicken Foot

Das „einzig wahre und offizielle“ ChickenFoot  ist eine ganz andere Art des Domino-Erlebnisses. Es ist als Doppel-9er-Domino in Fun Size erschienen, was es jedem ermöglicht, immer und überall eine kleine Partie zu starten. zudem sind auf den Spielsteinen Zahlen anstatt der sonst üblichen Pünktchen abgebildet, was das Lesen ein wenig erleichtert.

Dieses Spiel begeistert nicht nur von der Idee her, sondern auch von der Qualität des Spielmaterials. Die Spielsteine sind aus einem glatten Kunststoff hergestellt, machen einen soliden Eindruck und liegen super gut in der Hand. Auch die Hardcover Box mit Reisverschluss und Trageband wirken stabil und tragen zur Spielbereitschaft auf Reisen bei.

Das Spiel ist mindestens genauso einfach, wie die bekannte Grundversion des Dominos. Auch hier werden Steine mit passenden Zahlen aneinandergelegt. Der höchste Doppelstein wird in ein Centerpiece gelegt, von welchem die Anlegemöglichkeiten vorgegeben werden. Bei dem Startstein ergeben sich daraus sechs Schlangen. Diese sechs Plätze müssen nun zuerst belegt werden, bevor an anderer Stelle weiter gemacht werden kann.

chickenfood

Danach folgt das normale Anlegen an beliebigen Plätzen, allerdings nur solange, bis ein weiterer Doppelstein ins Spiel kommt. Dieser wird im rechten Winkel an den entsprechenden angelegt und wie ein Hühnerfuss müssen nun drei weitere Steine ins Spiel gebracht werden. Erst wenn diese drei Plätze belegt sind, darf wieder beliebig an anderer Stelle fortgesetzt werden.

Eine pfiffige Variante, die für eine kurze Partie unterwegs super geeignet ist. Es ist auch für Kinder nicht zu schwer verständlich, sodass es ein prima Familienspiel ist. Das geringe Packmaß und die robuste Verpackung bringen unterwegs für 1-8 Spieler ab 6 Jahren eine Menge Spaß für die ganze Familie.

Erscheinungsdatum: 1986
Verlag: Pegasus Spiele
Autor(en): Louis Howsley, Betty Howsley
Spieler: 1 – 8
Alter: ab 6 Jahre
Dauer: ca 30 min

Erhältlich in unserem WebShop: Shop der Spiele-Akademie

Eine Frage der Ähre

eine_frage_der_aehreEine Frage der Ähre ist ein Spiel von Jeffrey D. Allers und entstammt aus dem Pegasus Verlag. Hierbei soll der schlauste Bauer die dicksten Kartoffeln ernten. Es gilt also möglichst geschickt die einheimischen Pflanzen Kartoffeln, Mais, Raps, Rüben und Weizen zu ernten.

Der erste Eindruck des Spiels ist schwer in Worte zu fassen. Zunächst wirkte das Spiel auf mich als billige Kopie der Kuppelshow „Bauer sucht Frau“ und deshalb auch wenig ansprechend. Beim Öffnen der Box springt einem gleich der Spielplan entgegen, der zunächst wie aus einem Spiel aus längst vergangenen Zeiten erinnert. Die Aufteilung der Punkteleiste und deren Farbgebung drängen einem förmlich die Parallelen zum Roulette auf. Optisch ist das Spiel wirklich kein Highlight, aber kommen wir nun zum Wesentlichen, dem Spiel selbst. (mehr …)

Jamaica

Das Thema Piraten ist weit verbreitet unter den Brettspiel – Umsetzungen. Zu recht, denn in Zeiten von Guybrush Threepwood (Wiederauflage von Monkey Island)  und Jack Sparrow (Fluch der Karibik)  bleibt das Thema aktuell und spricht immer noch unsere Phantasien im tiefsten Inneren an: Schätze finden, Reich werden, Abenteuer erleben, einsame Insel usw.

Das Brettspiel Jamaica aus dem unter Pro Ludo- Flagge segelnden Gameworks –  Verlag vermag einiges dieser Ur- Instinkte anzusprechen. Dazu gehört auch, dass das Spielmaterial hervorragend gestaltet ist und sofort ein wenig Piratenstimmung aufkommen lässt.

Jeder Spieler wählt zunächst einen Piraten – Charakter und erhält Schiff und Karten der zugehörigen Farbe.  Mit dieser Ausstattung haben die Spieler die Mission, ihr Schiff möglichst schnell um eine große Pirateninsel zu manövrieren und unterwegs diverse Schätze und andere Nettigkeiten einzusammeln.

Wäre es ein reines Rennen um den ersten Platz, dürfte das Spiel schnell im Stapel der langweiligen Spiele verschwinden, allerdings hilft es nichts, als erster im Ziel anzukommen, wenn man nicht ein wenig Beute dabei hat. Dies wiederum weckt Begehrlichkeiten unter den beteiligten Piraten und führt hin und wieder zu Auseinandersetzungen.

Das Spiel ist geprägt von zwei Kern- Aktionen: dem Würfelwurf und dem Ausspielen von Aktionskarten. Pro Zug gibt es jeweils zwei Aktionen, eine am Morgen und eine am Abend. Der Würfel bestimmt dabei die maximale Anzahl von Waren die geladen werden können bzw. der Felder die das Schiff ziehen kann.

Das wäre eigentlich einfach, wenn nicht alle Spieler gleichzeitig ihre Aktionen aufdecken würden. Der so sicher geglaubte Plan kann somit durch die Aktionen der Gegner durchkreuzt werden und sogar nachteilig verlaufen. In diesem Fall hilft nur das Anzetteln einer waschechten Piraten- Seeschlacht, die mit Schießpulver- Chips und Würfelpunkten entschieden wird. Der Sieger darf dem Unterlegenen Beute wegnehmen oder ihm unbeliebte verfluchte Schätze in den Laderaum hieven.

Auf der großen Fahrt bekommen auch Piraten nicht immer alles umsonst. In Häfen sind  Gebühren in Form von Gold zu entrichten. Auf hoher See wird Nahrung für die Crew verbraucht. Dabei müssen die auf den entsprechenden Feldern abgebildeten Nahrungs- Chips in den Vorrat abgegeben werden.

Alles in allem erfüllt Jamaica reichlich Piraten – Klischees und lässt sich sehr schnell erlernen. Besondern turbulent wird das Spiel bei hoher Anzahl von Spielern. Im Zweispieler – Modus fährt ein Geisterschiff mit, das für einige Unruhe sorgen kann. Nichtsdestotrotz ist das Spiel nicht sehr komplex, hat aber alleine wegen der tollen Material- Umsetzung einen hohen Unterhaltungswert.

Jamaica hat einen Preis bekommen, nämlich die „goldene Feder“  für die beste Spielregel 2008, verliehen auf der Spiel08 in Essen. Ein wahrlich verdienter Preis denn die Spielregel ist vorbildlich. Die Mischung von Text und Abbildungen stimmt

Thurn und Taxis – Glanz und Gloria

thurn_und_taxix_glanz_und_gloriaThurn und Taxis – Glanz und Gloria ist eine Erweiterung von Karen und Andreas Seyfarth aus dem Hans im Glück Verlag. Es lässt sich allerdings vortrefflich darum streiten, ob es sich wirklich um eine Erweiterung handelt, oder ob es ein eigenständiges Spiel ist, für das nur ein wenig Spielmaterial aus dem Grundspiel benötigt wird.

Meiner Meinung nach hat diese Variante den Namen „Erweiterung“ nicht wirklich verdient, da aus dem Grundspiel nur die jeweils 20 Häuser in den Spielfarben benötigt werden.  Es ist daher eher ein abgewandeltes bzw. verfeinertes Grundspiel mit folgenden Unterschieden:

Der Spielplan zeigt diesmal Norddeutschlands berühmte Hanse- und Universitätsstädte  und die bekannten  Handelszentren des alten Preußen sowie BeNeLux.

Die Städtekarten wurden leicht abgewandelt. Die Rückseite zeigt nun Pferde, deren Anzahl für den Bau einer Strecke benötigt wird.  Die Anzahl der Pferde muss dabei so hoch sein wie die Anzahl der Streckenabschnitte.

Durch das Hinzufügen der Pferde, deren Zahl in Form von  Hufeisen auch auf der Vorderseite gezeigt wird,  ist der Glücksfaktor erheblich reduziert, denn nicht passende Karten können eingesetzt werden, um die geforderte Anzahl der Pferde zu erreichen. Man muss also nicht immer auf die passende Karte warten.

Vielspieler wissen, dass bei dem Grundspiel zumeist so ist, dass derjenige, der am schnellsten alle Kutschen gebaut hat, das Spiel über das vorzeitige Spielende für sich entscheiden kann. Dies ist bei diesem Spiel nicht mehr so einfach zu planen. Dieser kleine Schönheitsmakel wurde behoben, indem der „Wagner“ nicht mehr Spiel- Bestandteil ist.

Glanz und Gloria lässt sich allerdings auch ganz klassisch wie das Grundspiel spielen. In diesem Fall werden  die Kutschen und der Wagner aus dem Grundspiel benötigt. Beide Varianten haben ihren Reiz.