„Fertig ich habe“ ist ein herrlich absurdes, chaotisches und extrem unkooperatives Kartenspiel für 2 bis 5 Spielende. Es ist gleichzeitig Stand-Alone-Version als auch vollwertige Erweiterung für das früher erschienene “Ich habe fertig”, allerdings mit Star Wars Anspielung. 

Würde Meister Yoda die Anleitung schreiben, käme wohl so etwas heraus:

Das Spiel kennenlernen du sollst, junger Padawan. Vorbereitet auf den Tisch du die Karten legen musst, doch Vorsicht vor den Mitspielern sei geboten! Verlieren du kannst, obwohl gewonnen du hast. Die ultimative Geduldsprobe dies ist… Denn wenn „Fertig ich habe“ du sagst, der Ärger meist schon vorprogrammiert ist. „Hmpf!“

Material

Während das Original rund 72 Karten bot, legt der Nachfolger mit 83 neuen, von verschiedenen Künstlern neu illustrierten Spielkarten nach (illustriert von diesmal 35 verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern). Mit dabei sind neue Effekte rund um Begriffe wie „Alphatier“, „Fake News“, ein „Wirbelsturm“ oder die „Katze im Sack“.   

Da es sein kann, dass Karten aus dem Spiel entfernt werden müssen, z.B. weil sie kaputt sind oder bemalt, liegt dem Spiel ein kleines Päckchen mit Ersatzkarten bei, die aber erst geöffnet werden sollen, wenn wirklich Karten ausgemustert werden.

ein kleines, aber nettes Detail: Die Karten sind durchnummeriert. Das gibt es auch bei anderen Kartenspielen, aber hier haben wir keine Nummerierung mit ganzen Zahlen von 1 bis 83, sondern eine völlig unsortierte Nummerierung von Zahlen mit einer Kommastelle. Die Zahl 5,8 (May the Fourth)wurde allerdings leider ausgelassen. Schön ist aber, dass in der Anleitung eine Liste der Künstler vorhanden ist, die die jeweilige Karte illustriert haben und man sie durch die Kartennummer zuordnen kann.  

Spielablauf

Das Prinzip ist denkbar einfach:  Wer als Erster die magische Kombination aus den drei ausliegenden Zielkarten „ICH“, „HABE“ und „FERTIG“ vor sich liegen hat, gewinnt das Spiel.   

Wer an der Reihe ist, zieht entweder eine Karte oder spielt eine Handkarte aus.  Jede Karte besitzt einen individuellen, oft absurden, ungewöhnlichen oder überraschenden Effekt. Die Karten stecken also voller fieser Sonderregeln und Variationen, die das Spielgeschehen ähnlich wie bei Fluxx mit jedem Spielzug auf den Kopf stellen können. 

Das geht sogar noch weiter: Da werden Handkarten durch die Gegend geworfen, Mitspieler sabotiert oder Regeln komplett verdreht.   Durch die überraschenden Momente hat man den Sieg oft nicht selbst in der Hand, sondern kann ihn  von den Gegnern im letzten Moment durch fiese Karten wieder entrissen bekommen.

Fazit

Wir hatten mit “Fertig ich habe” viel Spaß, auch wenn wir eigentlich immer nur “Fertig” gesagt haben. Genau genommen kommt es aber auf diesen Ausdruck auch nicht wirklich an. Der dritte Teil könnte also auch “Fertig habe ich!” heißen.  Das Karte ziehen / Karte ausspielen ist das alte Mau Mau Prinzip, aber dadurch, dass jede Karte eine andere Information hat, fühlt sich “Fertig ich habe” völlig anders an. 

Im Vergleich zu Fluxx ist “Fertig ich habe” sogar etwas weniger chaotisch und wirkt ein wenig geschlossener, wobei sich beide im selben Genre befinden.  Man muss Ärgerspiele mögen, sollte die Karteninhalte nicht allzu ernst nehmen und Spaß verstehen. So war es bei uns. Daher können wir “Fertig ich habe”, “Ich habe fertig” und alle weiteren Variationen als unterhaltsames Partyspiel uneingeschränkt empfehlen. Möge das Chaos mit euch sein!

Name: Fertig ich habe
Erscheinungsjahr: 2025
Spieler: 2 – 5
Alter: ab 8 Jahren
Dauer: 20 min
Autor: Marco Teubner
Illustration: 35 verschiedene Künstler
Verlag: Pegasus Spiele

Fertig ich habe
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