Wortspiele haben im Hobby einen festen Platz. Codenames steht dabei seit Jahren ganz vorn, weil es eine einfache Idee mit einem feinen Rätselreiz verbindet.

Die Welt von Harry Potter rund um Hogwarts dürfte für viele eine vertraute Welt darstellen, so dass ein Ratespiel in diesem Kontext potential hat. Im Jahr 2018 gab es bereits eine Codenames Harry Potter Variante für zwei Spieler. Bei Zurück nach Hogwarts sind wieder Gruppen ab 4 Spielern da Ziel.

Material

Die Schachtel enthält wenig überraschend 200 doppelseitige Karten die erraten werden wollen, sowie 72 Karten, die festlegen welche Karten im auszulegenden 5×5 Raster welchem der Häuser zugeordnet sind. Dazu gibt es dicke farbige Karten um die erratenen Karten abzudecken. Soweit dürfte das Material hier aus den anderen Codenames Versionen bekannt sein. Die Hogwarts Variante bietet zusätzlich noch je zwei asymmetrische Fertigkeiten für die vier Häuser mit ein paar Karten und Tokens als Zusatzmaterial. Als besonderes Gimmick gibt es noch den Wettkampf um den Hauspokal, bei dem Pappmarker in eine hübsch gestaltete Sanduhr gelegt werden können.

Spielablauf und Regeln

Zurück nach Hogwarts bietet durch die doppelseitigen Karten die Spielmöglichkeiten der regulären Codenames und durch die Rückseite auch die von Codenames – Pictures. Wer eine der Versionen gespielt hat, kann quasi ohne besonderes Regelstudium loslegen. Zur Auffrischung sind die beiden anderen Varianten hier verlinkt, hier die Kurzform:

Was bleibt gleich

Der Ablauf ist vertraut: Zwei Teams, je ein Hinweisgeber, der Vertrauensschüler, und ratende Spieler. Auf dem Tisch liegt ein Raster aus Karten. Die Hinweisgeber sehen durch eine Codekarte, welche Positionen zu ihren Treffpunkten gehören. Sie dürfen pro Zug ein Wort und eine Zahl sagen – mehr nicht. Das Team versucht danach, aus den vielen Möglichkeiten die passenden Karten zu finden. Wird korrekt geraten, darf man weitermachen, liegt man falsch, ist das andere Team dran. Wird gar Filch erwischt, endet das Spiel mit einer sofortigen Niederlage.

Das macht nach wie vor den Reiz des Spiels aus: das Suchen nach einem Hinweis, der elegant wirkt, aber trotzdem sicher ist. Und auf der anderen Seite das gemeinsame Grübeln, bei dem kleine Assoziationen plötzlich wichtig werden.

Was Hogwarts anders macht

Die Hogwarts-Version legt Wörter auf die Vorderseite und Bilder auf die Rückseite. Das klingt erst mal simpel, hilft aber erstaunlich oft, weil man sich je nach Hinweisstrategie frei entscheiden kann: spiele ich mit klaren Begriffen oder mit Bildern, die mehrdeutig sind und dadurch neue Wege öffnen? Dadurch fühlt sich jede Partie ein kleines bisschen anders an und kann auch genutzt werden, wenn jüngere Spieler oder Spieler mit wenig Kenntnis der Harry Potter Welt dabei sind. Ein Hinweis auf ein Bild mit einem großen Hund funktioniert natürlich auch, wenn ich dessen Namen nicht kenne.

Dazu kommen die vier Häuser mit eigenen Fähigkeiten. Sie geben jedem Team eine kleine Sonderregel, etwa einen Bonus beim Hinweisgeben oder eine Schutzfunktion, wenn man sich bei einem Tipp vertut. Diese Fähigkeiten sind nicht komplex, bringen aber ein wenig Charakter ins Spiel, ohne das Grundprinzip zu verwässern. Jedes Haus hat dabei zwei Fertigkeiten, je nachdem ob es das Spiel begonnen hat oder als zweites am Zug war. So kommt einiges an Variabilität in das Spielgeschehen.

Als Metagame gibt es außerdem den Wettstreit um den Hauspokal. Punkte aus mehreren Partien fließen in diesen Wettbewerb ein. Das verleiht kurzen Runden einen kleinen Rahmen, gerade wenn man über einen Abend oder ein Wochenende hinweg spielt. Bei unseren Runden haben wir das allerdings meist auf nur zwei Häuser reduziert, die sich im Wettkampf befinden.

Fazit

Wer Codenames kennt, fühlt sich sofort zuhause. Die Mischung aus Wörtern und Bildern erleichtert den Einstieg und macht es jüngeren oder weniger sprachsicheren Mitspielern leichter, ohne dass der Anspruch verloren geht. Die Zusatzfähigkeiten sind eher ein Würzmittel als ein Regelmodul. Sie passen gut hinein, sind aber kein Muss für den Spielspaß.

Wenn man die Grundversion liebt und eine thematische Variante mit etwas mehr Abwechslung sucht, ist diese Ausgabe ein guter Griff. Wer dagegen den reinen, reduzierten Kern bevorzugt, wird die neuen Elemente vielleicht als Beiwerk sehen, das man nicht unbedingt braucht.

Codenames – Zurück nach Hogwarts erweitert das bekannte Konzept behutsam. Es bleibt ein Wort- und Assoziationsspiel, das am Tisch sofort lebendig wird. Die neuen Elemente sind klein, aber wirkungsvoll. Sie bringen genug Charme, um Codenames-Kenner wie auch Harry-Potter-Fans an den Tisch zu holen, ohne das Spiel schwerer zu machen. Unterm Strich ist es ein vertrautes Codenames, nur mit einer Prise Magie mehr.

Name: Codenames – Zurück nach Hogwarts
Erscheinungsjahr: 2025 
Spieler: 4 – 8
Alter: ab 10 Jahren
Dauer: 15-30 Minuten
Autor(en): Vlaada Chvátil
Illustration: Št?pán Draš?ák, Ond?ej Hrdina        
Verlag: Heidelbär Games / Czech Games Edition

Codenames – Zurück nach Hogwarts
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