Spiele mit Naturthema gehen eigentlich immer, aber mit Fröschen im Teich haben wir es nicht so oft zu tun. Tomáš Holek lässt ein Teich-Ökosystem auf unseren Spieltischen entstehen. Wie gut die Frösche sich ansiedeln, schauen wir uns hier genauer an.

Regeln und Spielablauf

In der kleinen Schachtel befinden sich 96 Froschkarten sowie 25 Lebensraumkarten, welche von den Spielern in die eigene Auslage gespielt werden wollen. Diese startet mit 5 Nahrungskarten pro Spieler, die aufgereiht einen Rahmen für das zu spielende 3×5 Kartenraster bilden. In einer zentralen Auslage liegen immer drei Frosch- oder Lebensraumkarten aus. Diese sind den Bewegungskarten von 0-2 zugeordnet, die dafür sorgen, dass die springende Froschkarte sich über die fünf unterschiedlichen zugehörigen Nahrungskarten bewegt.

Gespielt wird reihum und jeder Spieler ist exakt 15 mal am Zug. Im Spielzug wählt man stets eine Karte aus einer offenen Auslage und nimmt sie auf die Hand. Je nachdem an welcher Position sie lag, bewegt sich der springende Frosch null bis zwei Felder weiter. Danach spielt man eine Karte in den eigenen Teich und entscheidet gleichzeitig über die Ausrichtung. Die Vorderseite bringt meist eine Froschart oder ein Habitat samt möglicher Sofortfunktion. Die Rückseite zählt als Wasser und zeigt Nahrung, Siegpunkte oder Soforteffekte. Die Platzierung im 3×5 Raster ist komplett frei, auch Lücken sind erlaubt.

Die Position des springenden Frosches wirkt in der Regel wie ein Zusatzmechanismus, der selten den Ausschlag gibt. Nahrungskarten kann man unter die beiden Felder schieben, über denen der Frosch gerade steht. Das kann im richtigen Moment wertvoll sein, weil jede dieser Karten später für jedes passende Nahrungssymbol im eigenen Teich einen Punkt bringt. In der Praxis fühlt sich das aber nicht oft spielentscheidend an. Meist legt man eine oder zwei Karten darunter, wenn es sich gerade anbietet. Wer es vergisst, verliert daher selten die Partie. Für ein Spiel, das so viel taktisches Timing verlangt, könnte dieser Teil stärker ins Gesamtbild eingebunden sein.

Spannend wird Froschreich durch die unterschiedlichen Froscharten und ihre Bedingungen. Jede Art hat ein eigenes Kriterium, das erst erfüllt sein muss, um überhaupt Punkte zu bekommen. Danach zählt die Größe des jeweiligen Froschclusters. Das erinnert an Cascadia, weil man sich an zwei Leitlinien orientieren muss. Zuerst an der Bedingung der Art und erst danach am Wertungsfeld für die Größe der Gruppe. Wer das einmal verstanden hat, erkennt, dass man oft mehrere Frösche ähnlich wie Puzzleteile in einen gemeinsamen Bereich schiebt. Gleichzeitig ist die Fläche mit drei mal fünf Karten schnell voll. Damit unterscheidet sich Froschreich deutlich von kleinen Rasterspielen wie Yro oder Castle Combo, die mit drei mal drei Feldern arbeiten.

Habitate bringen eine zweite Ebene ins Spiel. Je mehr unterschiedliche Typen jemand besitzt, desto deutlicher steigen die Punkte in der Endwertung. Das motiviert dazu, auch mal eine weniger passende Karte zu nehmen, nur um die Vielfalt zu erhöhen.

Die Endwertung ist ausführlich und anfangs schwer zu verinnerlichen. Zuerst prüft man jeden Froschcluster und dessen Bedingungen, erst danach berechnet man seine Größe und die Punkte. Danach folgen die einzelnen Sonderwertungen für Wasser, Habitate und Nahrung. Neue Spieler brauchen ein oder zwei Partien, bis sie wirklich verstehen, warum eine bestimmte Entscheidung zwanzig Minuten zuvor gut oder schlecht war. Genau wie bei Cascadia entsteht der eigentliche Reiz aus dem Zusammenspiel der Bedingungen und der geschickten Platzierung der Karten. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Fazit

Froschreich hinterlässt am Ende das Gefühl eines ruhigen, taktischen Aufbauspiels. Der Teich wächst stetig, ist aber nie chaotisch. Bis auf die Möglichkeit, den Mitspielern gesuchte Frösche beim Ziehen wegzuschnappen, gibt es auch keine Interaktion. Insgesamt ist vor allem im Zweispieler Spiel viel Zufall dabei. Kommen einfach die richtigen Froschkarten nicht ins Spiel, sind die Möglichkeiten, zu Punkten zu kommen, limitiert. Es gibt zwar Karteneffekte, die weitere Karten auf die Hand bringen, aber auch diese sind zufällig und gehen dann auf Kosten von Siegpunkten.

Das größere Raster im Vergleich zu kleinen 3×3-Spielen macht es offener und erlaubt größere Gruppen. Gleichzeitig fordert die Wertung manchmal etwas mehr als nötig. Die Nahrung mit dem springenden Frosch bleibt eher eine Nebensache, und die Icons könnten klarer sein, um schneller zu erkennen, welche Seite einer Karte man sinnvoll nutzt. Oft verwirrten uns die Angaben auf den Karten mit dem Hinweis auf die Rückseite. Das hätte man besser lösen können.

Mit 30 Minuten Spielzeit kommt man gut hin und das Spiel zu dritt funktioniert für mich am besten, da es so etwas mehr Kartendurchsatz gibt. Die Regel hätte besser sein können. Zum Beispiel wird für die Berechnung der Endwertung auf die Wertungskarte verwiesen, anstatt diese einfach vollständig in der Regel abzubilden. So war mir am Anfang gar nicht klar, wie wichtig die Gruppengröße ist. Auch Übersichtskarten für die einzelnen Frösche wären hilfreich gewesen. Einige der Frösche haben Bedingungen, die sich auf das gesamte Raster beziehen, andere beziehen sich wieder auf die direkte Nachbarschaft und die achte Froschart hat gar eigene Wertungsregeln.

Auch der springende Frosch ist am Ende nur ein Nebeneffekt. Ich brauche einerseits Karten, die ich unterschieben kann und andererseits auch die passenden Symbole in meinem Teich, die dann miteinander multipliziert werden. Bei uns war der Fokus auf wenige große Froschgruppen der bessere Weg zu punkten, so dass sich der springende Frosch zwar die Komplexität erhöht, das Spielgefühl aber nicht wirklich verbessert.

Insgesamt Froschreich ein ruhiges Puzzle auf einem größeren Raster, punktet mit schönem Artwork und ordentlicher Spielzeit, wirkt aber in vielen Details unnötig kompliziert. Die Wertung ist sperrig, der springende Frosch wenig relevant und die Symbolik nicht immer klar. Wer Puzzlespiele mag, findet hier schöne Momente, doch nicht alle Ideen greifen so gut, wie sie könnten.

Name: Froschreich (Pondscape)
Erscheinungsjahr: 2025 
Spieler: 1 – 4
Alter: ab 10 Jahren
Dauer: 15-30 Minuten
Autor(en): Tomáš Holek
Illustration: Jirí Kus    
Verlag: MM-Spiele / Pink Troubadour

Froschreich
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