Emblems versetzt die Spieler in einen Machtkampf um die Nachfolge auf dem Thron. Mehrere Familien ringen um Einfluss in drei zentralen Regionen des Königreichs. Wer am Ende die meisten Münzen gesammelt hat, setzt sich durch und übernimmt die Herrschaft.

Dabei setzt Emblems auf ein bekanntes Grundprinzip. Karten werden verdeckt gewählt, nacheinander aufgedeckt und an verschiedene Orte ausgespielt, wo sie um Rangplätze konkurrieren. Effekte können den Ablauf stören, Karten verschieben oder ganze Wertungen kippen. Das Spiel ist klar auf kurze, interaktive Partien ausgelegt und richtet sich an Spieler, die Freude an direkter Konkurrenz und überraschenden Wendungen haben.

Material

Die Schachtel enthält ausschließlich Karten und Münzen. Herzstück des Spiels sind 75 Charakterkarten, aufgeteilt in fünf Farben beziehungsweise Familien. Jede Familie verfügt über dasselbe Kartenset, bestehend aus Karten mit unterschiedlichen Werten von 1-15 und Effekten.

Dazu kommen neun Ortskarten, die doppelseitig bedruckt sind und je nach Spielerzahl sowie Kartenset unterschiedliche Belohnungen und Effekte bieten. Gespielt wird immer mit drei dieser Orte, die das Spielfeld strukturieren und für Abwechslung zwischen den Partien sorgen.

Als Währung dienen Münzmarker in zwei Wertigkeiten. Ergänzt wird das Material durch eine Startspielerfigur in Form eines Schwerts.

Spielablauf

Emblems wird über drei Runden gespielt, in denen die Spieler um Einfluss in drei Bereichen konkurrieren. In jeder Runde werden drei oder vier Karten ausgespielt, abhängig von der Spielerzahl.

Zu Beginn wählt jeder Spieler gleichzeitig eine Karte aus seiner Hand und legt sie verdeckt ab. Anschließend werden die Karten reihum aufgedeckt und einem der drei Orte zugeordnet. Dabei entscheidet der aufgedeckte Spieler selbst, wo er seine Karte platziert. Die Karten eines Ortes werden immer nach Kartenwert sortiert, was für die spätere Wertung entscheidend ist.

Viele Karten besitzen sofortige Effekte oder Effekte, die erst am Rundenende ausgelöst werden. Diese können Karten verschieben, andere Karten entfernen oder den Ablauf gezielt stören. Dadurch verändert sich die Situation an den einzelnen Orten häufig, auch noch kurz vor der Wertung.

Am Ende jeder Runde werden für jeden Ort die Effekte abgehandelt und anschließend Münzen an die Spieler verteilt, deren Karten dort die höchsten Ränge belegen. Nur Karten, die eine Belohnung erhalten haben, werden danach abgelegt. Alle übrigen Karten bleiben im Spiel, was die Ausgangslage für die nächste Runde beeinflusst.

Nach drei Runden gewinnt der Spieler mit den meisten Münzen. Bei Gleichstand entscheidet die Startspielerfigur.

Fazit

Emblems ist ein schnelles, interaktives Kartenspiel, das stark von Überraschungen und direkten Eingriffen lebt. Eine Partie ist in unter 30 Minuten gespielt und eignet sich gut als lockerer Abschluss oder als Spiel für zwischendurch. Sieg und Niederlage liegen dabei oft sehr nah beieinander, was für Spannung sorgt, aber auch Frust erzeugen kann.

Der Spielverlauf ist nur begrenzt planbar. Zwar wählt man seine Karten bewusst aus, doch durch die verdeckte Auswahl, die Reihenfolge des Aufdeckens und die zahlreichen Karteneffekte verändern sich die Situationen an den Orten häufig und teils drastisch. Eine klare Linie für ein dauerhaft gutes oder besonders cleveres Spiel lässt sich nur schwer erkennen. Entscheidungen fühlen sich eher situativ als strategisch an.

Der Vergleich zu Libertalia: Winds of Galecrest drängt sich schnell auf. Beide Spiele arbeiten mit verdeckter Kartenauswahl, Konkurrenz um Plätze und starken Karteneffekten. Während Libertalia jedoch mehr Raum für Planung, Timing und langfristige Überlegungen bietet, bleibt Emblems deutlich leichter und unberechenbarer. Mir persönlich liegt die vollere Spielerfahrung bei Libertalia spürbar mehr.

Hinzu kommt, dass die Kartenauswahl in Emblems relativ begrenzt ist. Zwar sorgen die unterschiedlichen Effekte für Abwechslung innerhalb einer Partie, über mehrere Spiele hinweg wiederholen sich die Situationen jedoch recht schnell.

Emblems profitiert spürbar von einer höheren Spielerzahl. Je mehr Spieler am Tisch sitzen, desto lebendiger und chaotischer werden die Ortswertungen und Karteneffekte. Gerade mit vier oder fünf Personen entfaltet das Spiel seinen Reiz am besten. Dank der einfachen Regeln und der überschaubaren Spieldauer ist Emblems zudem bereits ab etwa 8 Jahren gut spielbar.

Unterm Strich ist Emblems ein witziger, kurzweiliger Titel für Spieler, die direkte Interaktion und chaotische Wendungen mögen. Wer jedoch gezielt planen möchte oder langfristige Kontrolle über den eigenen Spielverlauf sucht, wird hier eher weniger abgeholt.

Name: Emblems
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: SAVANA
Autoren: Adrien Bonnard, Romaric Galonnier
Grafik: Janice Perreux
Spieler: 3-5
Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Emblems
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