7 Wonders Dice überträgt die Grundidee der bekannten 7-Wonders-Reihe in ein Roll-and-Write-Format. Statt Karten werden Würfel genutzt, um Gebäude zu errichten, Ressourcen zu verwalten und militärische Konflikte mit den Nachbarstädten auszutragen.

Alle Spieler entwickeln gleichzeitig ihre eigene Stadt. Dabei gilt es, wirtschaftliche Grundlagen zu schaffen, wissenschaftliche und zivile Gebäude zu errichten und das eigene Weltwunder voranzutreiben. Trotz des neuen Formats bleibt der Kern vertraut. Punkte werden über verschiedene Bereiche gesammelt, und die Nachbarn sollte man auch hier nicht ignorieren.

Material

Der Materialumfang ist überschaubar und funktional. Enthalten sind zehn Würfel in unterschiedlichen Farben, darunter graue Startwürfel sowie mehrere Spezialwürfel, die erst im Spielverlauf freigeschaltet werden. Hinzu kommen sieben Stadt-Tableaus, sieben Stifte, eine Wertungstafel, mehrere Spielhilfen und eine Würfelbox.

Jeder Spieler erhält ein eigenes Tableau, das in einen Wirtschaftsbereich und einen Stadtbereich unterteilt ist. Gebäude, Weltwunder und militärische Einrichtungen werden direkt auf dem Tableau angekreuzt. Rohstoffe und Münzen werden ebenfalls dort verwaltet.

Die Spielhilfen erklären die zahlreichen Effekte der Gebäude und Würfel sehr übersichtlich. Da im Spiel viele Symbole verwendet werden, sind sie vor allem in den ersten Partien hilfreich.

Spielablauf

7 Wonders Dice wird über mehrere Züge gespielt. Jeder Zug besteht immer aus zwei Phasen. Zunächst werden die Würfel im Forum gemischt. Dazu wird die Würfelbox geschlossen, bewegt und anschließend wieder geöffnet. Die Würfel liegen danach in vier Bereichen mit unterschiedlichen Kosten von 0-3 aus.

Anschließend führen alle Spieler gleichzeitig eine Aktion aus. Dabei stehen drei Möglichkeiten zur Auswahl. Entweder wird ein Gebäude gebaut, ein Abschnitt des Weltwunders errichtet oder man passt und erhält dafür Münzen. Hier also wie von 7 Wonders bekannt.

Beim Bauen eines Gebäudes wählt man einen Würfel aus dem Forum. Das Symbol des Würfels bestimmt, welches Gebäude auf dem eigenen Tableau genutzt werden darf. Zusätzlich müssen die Würfelkosten bezahlt werden, die sich nach dem Bereich der Würfelbox richten, in dem der Würfel liegt. Danach werden die Baukosten des gewählten Feldes beglichen, entweder über produzierte Rohstoffe oder durch Münzen. Ist alles bezahlt, wird das entsprechende Feld angekreuzt und der Effekt steht ab sofort zur Verfügung.

Das Weltwunder ist eine Besonderheit. Es kann unabhängig von den Würfeln gebaut werden, muss aber ebenfalls in der vorgegebenen Reihenfolge errichtet werden und bietet starke Effekte und kostet nur Rohstoffe.

Sobald ein Spieler ein Gebäude vollständig gebaut hat, erhält er einen Bonus. Diese Bonusfelder bieten zusätzliche Effekte und sind gleichzeitig der Auslöser für das Spielende. Sobald insgesamt drei Boni durch einen Spieler genutzt wurden, wird die Partie nach einem weiteren vollständigen Zug beendet.

Während des Spiels spielen auch militärische Auseinandersetzungen eine Rolle. Über die Kasernen greifen Spieler ihre Nachbarn an und erhalten Siegpunkte, abhängig von der Verteidigung der angrenzenden Städte. Spezialwürfel, die über die Akademie freigeschaltet werden, eröffnen zusätzliche Möglichkeiten und erweitern den Entscheidungsraum.

Nach dem Spielende werden alle Siegpunkte aus den verschiedenen Bereichen zusammengezählt. Bei Gleichstand entscheiden verbliebene Münzen, sind im Gegensatz zum ursprünglichen 7 Wonders selbst aber keine Siegpunkte wert.

Fazit

7 Wonders Dice trifft die angegebene Spielzeit sehr gut. Eine Partie dauert etwa 30 Minuten und bleibt dabei durchgehend flott. Die Altersempfehlung ab 10 Jahren passt, mit spielerfahrenen Kindern ist das Spiel auch schon ab 8 Jahren gut machbar.

Der zentrale Würfelmechanismus hebt sich angenehm von vielen anderen Roll and Write Spielen ab. Die Würfelbox mit den unterschiedlichen Kostenbereichen sorgt für echte Entscheidungen, da nicht nur das Würfelsymbol, sondern auch der Preis eine Rolle spielt. Auch der Austausch der Startwürfel gegen stärkere Spezialwürfel mit zusätzlichen Effekten fügt sich gut in den Spielverlauf ein und verleiht der Partie eine spürbare Dynamik.

Ressourcen spielen vor allem zu Beginn eine große Rolle. Ohne eine funktionierende Wirtschaft werden die Baukosten schnell zu hoch. Im weiteren Verlauf verlieren sie jedoch an Bedeutung. Nach dem Abhaken der entsprechenden Felder sind Ressourcen beim Bauen nur noch generisch, es zählt nicht mehr, welche Art von Ressource man produziert, sondern nur noch wie viele. Dadurch ähneln sich die Spielpfade häufig. Erst werden Ressourcen aufgebaut, anschließend werden andere Gebäude vorangetrieben.

In unseren Runden erwies sich der weiße Würfel als besonders stark. Wird er früh freigeschaltet, ermöglicht er in Kombination mit anderen Gebäuden zusätzliche Aktionen, die wiederum Siegpunkte generieren können. Auch die unterschiedlichen Stadt-Tableaus bringen etwas Abwechslung ins Spiel. Das Tableau mit dem grünen Symbol zur Freischaltung der besseren Würfel wirkte dabei besonders attraktiv.

Die Nähe zur Vorlage ist jederzeit spürbar. Symbolik, Gebäudearten sowie Angriffs- und Verteidigungsmechaniken sind klar an 7 Wonders angelehnt und funktionieren auch im Roll and Write Format gut. Fans der Reihe finden sich schnell zurecht.

Langfristig bleibt jedoch eine gewisse Unsicherheit beim Wiederspielwert. Im Gegensatz zu anderen Roll and Write Spielen wie Welcome To… gibt es keine wechselnden Ziele oder Szenarien, die sich von Partie zu Partie verändern. Das kann dazu führen, dass sich Abläufe über mehrere Spiele hinweg ähneln.

Das Spielende kann zudem überraschend schnell ausgelöst werden. Wenn mehrere Gebäude in kurzer Folge fertiggestellt werden, kann eine Kettenreaktion entstehen, die das Spiel abrupt beendet. Für den ausführenden Spieler fühlt sich das sehr befriedigend an, für die anderen kann es hingegen frustrierend sein.

Unterm Strich ist 7 Wonders Dice ein solides Roll and Write, in dem sich Fans der 7 Wonders Reihe schnell wohlfühlen werden. Wer jedoch keinen Bezug zur Vorlage hat, findet unter den vielen anderen Roll and Write Spielen zugänglichere und langfristig abwechslungsreichere Alternativen.

Name: 7 Wonders Dice
Erscheinungsjahr: 2025
Verlag: Repos Production
Autor: Antoine Bauza
Illustration: Agnès Ripoche
Spielzeit: 25-30 Minuten
Spieler: 2–7
Altersempfehlung: ab 10 Jahren

7 Wonders Dice
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