Royals

royalsWir befinden uns im 17. Jahrhundert, wo einflussreiche Adelsfamilien um die Vormachtherrschaft in Europa kämpfen. Intrigen sind an der Tagesordnung. Geht es doch darum ranghohe Positionen zu bekleiden und unliebsame Konkurrenten von ihrem Platz zu stoßen.  Denn nur wer am Ende, nach 3 Epochen, das höchste Ansehen genießt, hat die Macht in Europa.

Vorbereitung

Vor uns liegt das alte Europa mit Frankreich (blau), Spanien (gelb), Großbritannien (rot) und Deutschland – German States (grün). Jedes Land ist farbig markiert. In den Ländern sind zudem noch drei bis fünf bekannte Städte hervorgehoben, welche durch ein oder zwei adelige Würdenträger repräsentiert werden. Zur Auswahl stehen hier aufsteigend nach Rangfolge: Marshal, Baron, Countess, Duke, Cardinal, Princess und King. Nun gilt es die Gunst der Adeligen für sich zu gewinnen, komme was wolle. Denn je höher der Rang des Würdenträgers, desto größer der Einfluss in Europa und letztendlich die Siegpunkte am End des Spiels. Doch die Gunst der Adeligen hat seinen Preis. Je höher der Rang, desto mehr Länderkarten werden als Bestechung benötigt.

Jeder Spieler wählt seine Spielfarbe und bekommt die dazugehörigen farbigen Holzwürfel in seinen Vorrat. Weiß und Schwarz werden im 2-er Spiel benötigt. Die Marker (Stadtbonusmarker, Landbonusmarker, Adelshausbonusmarker, Epochenwertungsmarker) werden auf die auf dem Spielplan vorgesehen Felder platziert. Die zweiteiligen Titelwertungsmarker werden zusammengesetzt und mit dem großen Portrait links neben dem Spielplan gelegt.

Die Länderkarten werden je nach Spieleranzahl reduziert (z.B. bei 3 Spielern kommen 9 Frankreichkarten, 8 German States Karten, 7 Großbritannien Karten und 6 Spanien Karten aus dem Spiel). Die restlichen Länderkarten werden gut gemischt und als verdeckter Nachziehstapel neben dem Spielplan bereitgelegt. Die obersten drei Karten werden aufgedeckt neben dem Nachziehstapel gelegt. Die Intrigenkarten werden ebenfalls gemischt als verdeckter Nachziehstapel neben den Spielplan gelegt. Jetzt kann es losgehen.

Durchführung

Das Spiel wird in drei Epochen gespielt. Nach jeder Epoche erfolgt eine Wertung. Nach der 3. Epoche erfolgt die Schlusswertung, wo noch zusätzlich die einzelnen Titel gewertet werden.

Der Startspieler beginnt.

Jeder Zug beinhaltet zwei Aktionen, die in der Reihenfolge durchgeführt werden müssen.

  1. Karten ziehen (Pflicht)

Der Spieler zieht bis zu drei Länderkarten oder er zieht eine Länderkarte und eine Intrigenkarte. Dabei kann er von den offen ausliegenden Länderkarten oder vom verdeckten Nachziehstapel ziehen. Das Handkartenlimit der Länderkarten liegt 12 Karten und bei den Intrigenkarten bei 4.

Der Spieler kann nun, wenn er möchte und genügend Karten in der Hand hat, mit der zweiten Aktion fortfahren. Wenn nicht, ist der nächste Spieler an der Reihe.

  1. Karten ausspielen (freiwillig)

Hier gibt es für den Spieler mehrere Möglichkeiten, welche beliebig häufig und in beliebiger Reihenfolge genutzt werden können:

  1. Freie Position besetzen

IMG_2376Der Spieler besetzt eine freie adelige Position in der Stadt, in dem er die geforderte Anzahl von Länderkarten ausspielt. Dazu markiert er mit seinem Holzwürfel die eingenommene Position auf dem Spielplan. Mit einem weiteren Holzwürfel markiert er den entsprechenden Titelwertungsmarker. Je nach Rang ist der Preis für die Gunst unterschiedlich hoch. So kostet die Gunst eines Barons nur 2 Länderkarten während der König ganze acht Länderkarten für sich in Anspruch nimmt.

Ist das Siegpunktwappen für die Position noch vorhanden – da der Spieler der Erste ist, der diese Position bekleidet – bekommt er die Siegpunkte für sich und legt das Siegpunktwappen vor sich ab.  Die nachfolgenden Spieler, welche die Position später besetzen gehen dann leer aus.

Weitere Bonuspunkte gibt es extra, wenn ein Spieler in einem Land alle Städte mit einer Position besetzt hat. Hier werden Sonderpunkte für den ersten Spieler und den zweiten Spieler vergeben, der dies schafft. Alle nachfolgenden Spieler gehen auch hier leer aus.

Sollte ein Spieler es schaffen, jeden Adelstitel mindestens einmal zu besetzen, dann gibt es auch hierfür extra Bonuspunkte.

  1. Besetzte Position übernehmen

Mit den Intrigenkarten, können unliebsame Konkurrenten von einer Position verdrängt werden. Dazu spielt der Spieler zusätzlich zu den geforderten Länderkarten noch eine bzw. zwei (beim Sturz des Königs) farblich entsprechende Intrigenkarten aus. Der gegnerische Würfel wird auf das sechseckige Stadtfeld, mit dem Kreuzsymbol, links neben der Stadt verdrängt. Diese zählen zwar noch für den Landbonus jedoch nicht mehr für die Epochenwertung. Die gegnerische Würfel auf dem Titelwertungsmarker, bleiben liegen, sind sie doch für die Schlusswertung entscheidend.

Sollten nicht die passenden Karten in der Hand sein, kann hier die Jokerregel helfen: Drei Länderkarten ersetzen als Joker eine Länderkarte nach Wahl, 2 Intrigenkarten eine Intrigenkarte nach Wahl.

Folgende Boni können während eines Zuges bzw. im Anschluss eines Zuges vergeben werden, sofern die Bedingungen erfüllt sind. Die Boni werden sofort ausgezahlt.

Stadtboni

Der Spieler, der zuerst in einer Stadt eine beliebige Position besetzt, erhält sofort den Stadtbonusmarker

Landboni

Der Spieler, der in jeder Stadt eines Landes mind. einen Holzwürfel hat, erhält sofrt den höchsten noch verfügbaren Landbonusmarker

Adelshausboni

Der Spieler, der auf jeden Titelwertungsmarker mind. einen Holzwürfel sein eigen nennt, erhält sofort den höchsten noch verfügbaren Adelshausbonusmarker.

Möchte der Spieler keinen weiteren Zug mehr machen, wird noch einmal das Handkartenlimit überprüft. Überzählige Karten werden abgeworfen. Die offene Auslage an Länderkarten wird ggfs. wieder auf drei ergänzt. Der nächste Spieler ist nun an der Reihe.

Ist der Länderkarten-Nachziehstapel aufgebraucht, kommt es zu einer „Epochenwertung“. Die Summe der Einflusspunkte für jeden Spieler pro Land wird ermittelt. Die zwei einflussreichsten Spieler pro Land bekommen Siegpunkte.

Ist der Nachziehstapel dann ein drittes Mal aufgebraucht, kommt es nach der „Epochen-Wertung“ noch zu einer finalen Schlusswertung. Hier werden dann die Mehrheiten bei den einzelnen Adelstitel nochmals gesondert gewertet. Wer dann schlussendlich die meisten Punkte hat, gewinnt.

Nachdem die dritte Epoche abgerechnet wurde, erfolgt die Schlusswertung. Dazu werden nun auch die Holzwürfel auf den Titelwertungsmarkern gezählt. Der Spieler mit den meisten Holzwürfel auf den Titelwertungsmarker, erhält die volle Siegpunktzahl. Bei Gleichstand müssen sich die Spieler die Siegpunkte teilen. ,

Wer die meisten Siegpunkte erzielt, hat mit seinem Adelshaus die Vorherrschaft in Europa gewonnen.

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Fazit

Royals macht Spaß! Ist es doch von der Verpackung und Aufmachung eher unscheinbar und sicherlich nicht ein Magnet, so kann es durch Spielmechanismus, Spieldauer und Regelwerk überzeugen. Das Material ist passend zum Spielgeschehen in Szene gesetzt und unterstützt den Spielmechanismus. Aufgrund der leichten Regeln und der gut bebilderten Spielanleitung, ist ein schneller Spieleinstieg garantiert.

Ein mittelanspruchvolles Strategiespiel mit einem nicht zu unterschätzenden Ärgerfaktor. Die Intrigenkarten machen hier so richtig Spaß. Royals eignet sich sehr gut als Familienspiel und macht auch sicherlich Gelegenheitsspielern viel Spaß. Strategiefreunde kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Wobei hier Royals wohl eher als Warming Up gesehen wird. Lediglich die 2er Version hat uns nicht so viel Spaß gemacht. Am besten spielte es sich in einer 3-4er Spielrunde. Royals wird sicherlich noch häufig bei uns auf unseren Tisch kommen.

Erscheinungsjahr: 2014
Verlag: Abacus Spiele
Autor: Peter Hawes
Grafik: Michael Menzel
Spieler: 2 -5
Alter: ab 10 Jahre
Dauer: ca.  60 Minuten

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