Die glorreichen Gilden von Buttonville entführt die Spieler in die verlassene Stadt Buttonville, die es zu bevölkern gilt. Spielerisch handelt es sich um ein Set-Collection Spiel mit starkem Fokus auf Kombinationen und Synergien. Nachdem uns Christian Kudahl bereits mit Mindbug und Agent Avenue begeistert hat, waren wir gespannt, wie sich sein nächstes Kartenspiel schlagen würde.

Material

Der Materialumfang fällt für ein reines Kartenspiel überraschend groß aus. Herzstück sind die 300 Wesen-Karten, bestehend aus 25 verschiedenen Wesen, die jeweils zwölfmal enthalten sind. Für jede Partie wird daraus eine individuelle Auswahl zusammengestellt, sodass nie alle Karten gleichzeitig verwendet werden.

Ergänzt wird das Material durch 42 Knopf-Chips, die auch zur Namensfindung geführt haben.

Besonders praktisch ist der mitgelieferte Sortiereinsatz, der das Einsortieren der zahlreichen Karten nach der Partie erleichtert. Das führt allerdings zu einem größeren Schachtelmaß, welches die typischen Zug um Zug Dimension hat.

Die Illustrationen verleihen den zahlreichen Wesen einen eigenen Charakter und unterstreichen den humorvollen Stil des Spiels. Alles ist gut lesbar und die verschiedenen Gilden sind farblich klar voneinander abgegrenzt.

Spielablauf

Zu Beginn jeder Partie wählen die Spieler gemeinsam aus den 25 verfügbaren Wesen eine Auswahl aus, mit der gespielt wird. Aus jeder der fünf Hauptgilden kommt genau ein Wesen ins Spiel, ergänzt durch mehrere Wesen der Gilde der Getreuen. Dadurch entsteht bereits vor der Partie eine individuelle Kombination an Fähigkeiten und Synergien. Die Regel beschreibt auch empfohlene Kombinationen für den Einstieg, so dass man auch ohne Zufall ein Set zusammen stellen kann.

Jeder Spieler startet mit vier Handkarten und zwei Knöpfen. In der Tischmitte liegt ein Markt mit fünf offenen Karten, aus dem ebenso wie vom verdeckten Nachziehstapel Karten genommen werden können. Dieser ist zweigeteilt, um das Spielende einzuläuten.

Ein Zug besteht immer aus zwei Schritten. Zunächst müssen zwei neue Wesen-Karten entweder offen oder verdeckt aufgenommen werden. Anschließend darf genau ein Set aus beliebig vielen identischen Wesen ausgespielt werden. Die meisten Wesen lösen dabei einmalig einen Effekt aus. Einige besitzen dauerhafte Fähigkeiten oder bringen erst am Spielende zusätzliche Ruhmespunkte.

Während der Partie entstehen nach und nach verschiedene Sets vor den Spielern. Jedes Wesen darf dabei nur einmal als eigenes Set ausliegen. Viele Karteneffekte erlauben es, Knöpfe zu sammeln, Karten zu ziehen, Karten aus dem Markt zu nehmen oder selten auch mit anderen Spielern zu interagieren.

Besonders interessant ist, dass einige Effekte stärker werden, je mehr identische Wesen gleichzeitig ausgespielt werden. Dadurch entsteht die ständige Abwägung, Karten früh für ihren Effekt einzusetzen oder auf größere Sets zu warten. Da man in der Regel keine weiteren Karten an bereits ausliegende Sets anlegen darf, sollte der Zeitpunkt wohl überlegt sein. Aufgrund des Handkartenlimits von 7 ist dies aber natürlich nicht beliebig steuerbar.

Sobald der Nachziehstapel aufgebraucht ist, beginnt das Finale. Nach einer letzten vollständigen Runde endet die Partie und es folgt die Wertung. Punkte gibt es für die Größe der eigenen Wesen-Sets, für verschiedene Spielende-Effekte sowie für gesammelte Knöpfe. Wer am Ende die meisten Ruhmespunkte besitzt, gewinnt die Partie. 

Fazit

Die glorreichen Gilden von Buttonville richtet sich mit der Altersangabe ab acht Jahren klar an Familien, was wir gut nachvollziehen können. Die Regeln sind schnell erklärt und die grundlegenden Entscheidungen leicht verständlich. Auch die angegebene Spielzeit konnten wir problemlos einhalten. Selbst in Vollbesetzung mit vier Spielern blieben unsere Partien unter 30 Minuten.

Die größte Stärke des Spiels ist der hohe Wiederspielwert. Durch die 25 unterschiedlichen Wesen, von denen pro Partie nur ein Drittel verwendet werden, entstehen immer neue Kombinationen und Synergien. Jede Partie fühlt sich dadurch etwas anders an und lädt zum Experimentieren mit verschiedenen Gildenzusammenstellungen ein.

Die Aufbewahrung erinnert mit den einzelnen Kartenfächern und dem Sortiersystem an Dominion. Das funktioniert zwar sehr gut und macht den Auf- und Abbau angenehm schnell, insgesamt wirkt die Schachtel für den eigentlichen Inhalt aber größer als nötig. Mit einfachen Trennstegen hätte sich vermutlich eine deutlich kompaktere Box realisieren lassen.

Spielerisch liegt der Fokus klar auf dem Aufbau der eigenen Auslage. Die direkte Interaktion zwischen den Spielern fällt eher gering aus. Rund ein Drittel der Wesen belohnt das Ausspielen größerer Sets mit stärkeren Effekten, wodurch es viel Spaß macht, auf den richtigen Moment zu spekulieren und Karten möglichst lange zurückzuhalten. Ob dieser Plan aufgeht, hängt allerdings auch davon ab, ob die passenden Karten rechtzeitig verfügbar sind.

Sehr befriedigend fühlen sich Karten an, die das nachträgliche Erweitern bereits ausgespielter Sets erlauben. Diese eröffnen spannende Möglichkeiten und gehören aus unserer Sicht zu den stärkeren Effekten im Spiel um große Sets zu erhalten.

Die meisten Ruhmespunkte erzielt man über große Wesen-Sets. Entsprechend dreht sich ein Großteil der Partie darum, die passenden Karten zusammenzubekommen. Genau hier liegt aber auch der größte Glücksfaktor. Sind die benötigten Karten nicht im Markt verfügbar oder landen nicht auf der eigenen Hand, ist man häufig gezwungen, Sets früher auszuspielen oder auf Wesen auszuweichen, die man ursprünglich gar nicht sammeln wollte.

Unterm Strich ist Die glorreichen Gilden von Buttonville ein gelungenes Familien- und Gateway-Spiel mit viel Abwechslung, einfacher Zugstruktur und hohem Wiederspielwert. Für erfahrene Kenner- und Expertenspieler dürfte der Entscheidungsraum auf Dauer allerdings etwas zu gering sein und der Glückseinfluss eine größere Rolle spielen, als sie es sich wünschen würden.

Name: Die glorreichen Gilden von Buttonville
Erscheinungsjahr: 2026
Spieler: 2-4
Alter: ab 8 Jahren
Dauer: ca. 30 Minuten
Autoren: Christian Kudahl, Erik Andersson Sundén
Illustration: Matt Owen
Verlag: Ravensburger

Die glorreichen Gilden von Buttonville
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