Ein eher ungewöhnliches Thema liegt Skelligs Neuheit Aquaria zugrunde. Wir haben es bei dem Titel von Thomáš Holek (SETI, Tea Garden) mit der Pflege und Hege unseres Aquariums zu tun. Ob hier Thema und Mechanik ineinander passen, schauen wir uns im Folgenden an.

Material

Zunächst einmal müssen wir uns gute 20 Minuten Zeit investieren, um das Spiel instand zu setzen. Auf den später als  Microflora verwendeten 24 schwarzen Holzsteinen bringen wir noch Regler-Aufkleber, die auf einer eigenen Klebefolie beigelegt sind.

Die zentrale Aktionseinheit muss ebenfalls zusammengebaut werden. Hier müssen die fünf Aktionsfelder mit den beigelegten Clips zusammengesteckt werden.  

Ansonsten ist Aquaria relativ kleinteilig. Wir haben Karten mit dem Inhalt für unser Quarzuhr, Spieler Tableaus, die  die Aquarien der Spieler darstellen, Perlen, Fischfutter (-Dosen), ein eigenes Tableau für die Anzeige von Sauerstoff, Zoohandlung und dem Wissensbaum, zugehörige Wissensmarker, Filterkomponenten und Aktionswürfel, die aber nicht zum Würfeln, sondern nur zur Anzeige der jeweiligen Aktion verwendet werden. 

Spielprinzip

Aquaria ist ein Optimierspiel mit leichtem Worker-Placement Touch, bei dem wir in vier Aktionen pro Runde versuchen, ein möglichst gut funktionierendes Aquarium zu erstellen. Die Aktionen führen wir über das dafür zuständige Aktionstableau aus. Dabei haben wir die Auswahl zwischen folgenden Aktionen:

Fischkarte ausspielen.

Um unser Aquarium mit Leben zu füllen, spielen wir Fische und Wasserpflanzen aus, für die wir dann Bonusse erhalten. Die Kosten für das Ausspielen sind in der Regel Sauerstoffpunkte, die wir auf der zugehörigen Leiste abtragen.

Sauerstoff erhöhen

Da unsere Fische Sauerstoff verbrauchen, haben wir die Möglichkeit, durch eine eigene Aktion diesen wieder zu erhöhen. Für das Kontingent an Sauerstoff gibt es bisweilen auch Wertungspunkte, daher ist es sinnvoll, hier immer eine Balance zwischen dem Erzeugen und dem Verbrauchen von Sauerstoff zu halten.

Zoohandlung besuchen

Wer ein Aquarium betreibt, benötigt neben den Fischen und dem Futter auch allerlei Zubehör wie etwa Filter.  Die Aktion Zoohandlung zielt darauf ab und gibt dem Spieler weitere Ressourcen und die Möglichkeit seine Microfilter fein zu tunen. Setzt er hier Perlen als Währung ein, kann er zusätzliche Ressourcen erspielen.

Ressourcen nehmen

Diese Aktion sorgt für Nachschub, ist aber besonders wichtig, um an Fischfutter zu kommen. Denn unsere Tiere und Pflanzen sind hungrig und müssen nach jeder  Aktionsphase mit Futter versorgt werden.

Wissen erhalten

Die Aquaristik  ist ein weites Feld, bei dem man immer dazulernen kann. Zum Erlangen von weiterem Wissen können die Spieler verschieden Wissenspfade durchschreiten, was sie auf einem eigens dafür vorhandenen Wissenstableau tun. Durch das Fortschreiten sammeln sie weitere Aktionsmarker, die sie im Laufe des Spiels einsetzen oder am Spielende als Siegpunkte einlösen können.

Daneben gibt es noch eine Handvoll Zusatzaktionen wie den 2:1 Tausch von Futter oder  das Kaufen  bzw Austauschen von Karten.

Rundenablauf

Für den genauen Ablauf einer Partie Aquaria ist ein Phasenmodell vorgesehen, bei dem die Aktionsphase mit den oben beschriebenen Möglichkeiten den größten und wichtigsten Bereich darstellt. Hier ist noch zu erwähnen, dass es eine Rolle spielt, wie man sich auf dem Aktionstableau bewegt. Man darf zwar auf jedes der Felder springen, setzt man seinen Würfel aber auf ein benachbartes Feld, kann man neben dem regulären auch noch eine Bonusaktion durchführen.

Ist diese Phase abgeschlossen, startet die Microflora – Phase, in der es Boni gibt, wenn die Filter die Farbe der aktuellen Runde anzeigen. Wer hier am wenigsten Boni erhält, darf in der jetzt folgenden Zugreihenfolge – Phase seinen Marker als Erster auf die Spielerreihenfolgen – Leiste legen.

Es folgt die Einkommens – Phase. Manche Fische bringen Einkommen in Form von Sauerstoff oder Fischfutter. Dieses wird jetzt in der Fütterungs – Phase benötigt, denn viele ausgelegte Fische müssen nur mit Futter versorgt werden. Steht jetzt nicht genug Fischfutter zur Verfügung, drohen Abzüge.

Nach einer weiteren Aufräumphase kann dann die nächste Runde beginnen, die jetzt eine andere Zielfarbe besitzt, was Einfluss auf die Regler der Mikroflora hat, denn diese müssen nun neu justiert werden, um die Boni zu erhalten.

Wertung

Wir konnten mit Filtereinstellungen und Wissens – Aneignung bereits während der Runden – Phasen etliche Siegpunkte einheimsen. Zum Abschluss der Partie werden jetzt weitere Details ausgewertet. Die Wichtigsten darunter resultieren aus der Anordnung der Pflanzen und Fische in unserem Aquarium. So bringen ausgelegte Feuerfische weitere Punkte, aber auch Zusammenstellungen von Anemonen, die neben Clownfischen liegen. 

Wer es schafft, eine Spalte oder Reihe vollständig zu belegen, bekommt hier ebenfalls Punkte. Zudem werden noch endergebnisse diverser Leisten und Anzahl von Ressourcen wie Fischfutter oder Perlen ausgezählt.

Solomodus

Für den Solo Modus stehen acht gesonderte Karten zur Verfügung, mit denen ein Automa gesteuert wird. Mit diesen acht Karten wird die Bewegung des Automa auf dem Aktionsrad per Zufall ausgegeben sowie die Kartenauslage beeinflusst. Das funktioniert so weit ganz gut, wenn auch das Spielen gegen einen Automa Geschmacksache ist.

Fazit

Aquaria ist thematisch gut und nachvollziehbar umgesetzt, hinterlässt aber bei uns Licht und Schatten. Es besitzt relativ viele Details und dadurch unterschiedliche Optionen, an Punkte kommen zu können. Das muss sich zunächst einmal fügen und verinnerlicht werden. Von Vorteil ist es auch, wenn man verstanden hat, welche Zusammenstellungen im Aquarium am Ende die meisten Punkte bringen. 

Vorbereitung und Aufbau des Spiels benötigt ein wenig Zeit, was nicht unterschätzt werden sollte. Der eigentliche Spielablauf ist dann tatsächlich einfacher als erwartet. Aquaria lässt sich flüssig spielen, kann aber auch Grüblern durch seine vielen Optionen zu schaffen machen. Wer intuitiv spielt, findet aber schnell gute  Möglichkeiten.

Die Anleitung ist im Großen und Ganzen in Ordnung, hätte an der einen oder anderen Stelle aber klarer sein können, insbesondere, was den genauen Spielablauf angeht. So wechseln sich die Spieler in der Aktionsphase mit ihren Aktionen ab, während andere Phasen für jeden gleichzeitig gelten, was aber so nicht explizit angegeben ist.

Aquaria ist sicher kein Einsteigerspiel. Man muss sich auf das Spiel einlassen. Wer dies tut, wird sicher einigen Spielspaß mit Aquaria entwickeln, insbesondere wenn er dem Thema zugeneigt ist.

Verlag: Skellig Games.
Erscheinungsjahr: 2025
Spieler: 1 – 4
Alter: ab 12 Jahren
Autor: Tomáš Holek
Illustration: Anežka B?lohoubková, Roman Kucharski, Milan Vavro?

Aquaria
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