Wer kennt es nicht: Ein bestimmter Song läuft im Radio oder auf einer Party, und sofort schießen Erinnerungen im Kopf hoch – doch in welchem Jahr kam der Hit eigentlich heraus? Mit PLAY – The Music Party Game bringt Kosmos genau dieses nostalgische Kribbeln auf den Spieletisch. Egal ob man sein Musikwissen alleine, im Team oder völlig kooperativ auf die Probe stellen möchte – das Spiel verwandelt das eigene Wohnzimmer im Handumdrehen in eine persönliche Chartshow. Greift euch euer Smartphone, drückt auf Play und lasst die Bässe wummern! 😉
Was steckt drin
Hauptbestandteil des Inhaltes sind die 110 Spielkarten, welche sich in Jahres- und (einem kleinen Teil) Länderkarten aufteilen. Daneben liegen noch Musik- und Punktechips, sowie eine Anleitung bei.
Besonderheit: Auffällig ist natürlich der starke digitale Anteil. Das Spiel arbeitet mit QR-Codes, welche mit Hilfe eines Smartphones ausgelesen werden. Das Schachtelinlay dient zudem nicht nur der Ordnung, sondern ist so konstruiert, dass es als akustischer Resonanzkörper und Lautsprecher-Verstärker für euer Smartphone genutzt werden kann. Zudem verzichtet das Spiel auf festgelegte Song-Listen, sondern bindet Streamingdienste direkt ein.
Spielvorbereitung
Bevor die Partie losgeht, braucht ihr wie gesagt mindestens ein Smartphone zum Spielen. Ich rate dringend dazu, die zugehörige Play-App zu verwenden, die das Ganze flüssiger und komfortabler gestaltet.
Zunächst wird die „scan to play“-Karte eingescannt. Anschließend wählt ihr euren bevorzugten Musikstreamingdienst aus – zur Auswahl stehen Spotify, YouTube Music und Apple Music. Ein Premium-Abo ist zwar von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung. Stellt anschließend eure Playlist zusammen, indem ihr eure Lieblings-Musikkategorien auswählt. Möchten weitere Mitspielende mit ihren eigenen Smartphones Karten scannen, können sie einfach über den generierten Gruppen-QR-Code der aktuellen Spielrunde beitreten.
Spielverlauf
Das Herzstück von PLAY ist seine Vielseitigkeit, denn das Spiel bietet gleich vier verschiedene Varianten, sodass für jede Gruppengröße und Stimmung der passende Modus dabei ist:
- Walk the Timeline (2–10 Personen, 2–5 Teams)
Der klassische Wettstreit. Die Teams erhalten eine Handvoll Karten, deren Jahreszahlen vor den anderen geheim gehalten werden. Team A wählt eine Karte und scannt den QR-Code, ohne dass Team B die Rückseite sehen kann.
- Jahreskarte: Team B hört den Song und muss die Karte an der richtigen Stelle im bereits ausliegenden, gemeinsamen Zeitstrahl platzieren. Liegt das Team richtig, bleibt die Karte liegen. Liegt es falsch, wandert die Karte auf den Ablagestapel und das Team muss eine neue Karte nachziehen.
- Länderkarte: Hier gilt es, das Herkunftsland des jeweiligen Stars oder der Band zu erraten. Bei einer falschen Antwort muss ebenfalls eine Karte nachgezogen werden.
- Sooner or Later (2–6 Personen, 2 Teams)
Ein schnelles Einschätzungs-Duell. Nach dem Scannen einer Jahreskarte rät Team B das genaue Erscheinungsjahr des Songs. Team A muss nun lediglich tippen, ob das tatsächliche Jahr früher oder später liegt als die Vermutung von Team B. Wer richtig liegt, belohnt sich mit einem Punktechip.
- Better Together (2–10 Personen, kooperativ)
Hier zieht die gesamte Runde an einem Strang. Es werden 10 Kartenstapel mit aufsteigender Kartenzahl vorbereitet (von 2 bis 10 Karten). Stapel für Stapel hört ihr die Songs, ordnet die Jahre gemeinsam zu und prüft das Ergebnis mit der „Welches Jahr war’s?“-Karte. Liegt ihr falsch, müsst ihr den Stapel mit Karten aus dem Nachziehstapel wiederholen.
- Whole Lotta Points (3–10 Personen)
Es werden 20 Karten bereitgestellt und alle spielen gleichzeitig. Bei Jahreskarten platzieren alle Teams simultan ihren Musik-Chip an der vermuteten Stelle im Zeitstrahl. Bei Länderkarten darf der raten, der zuerst einen Musikchip in die Mitte legt.
Spielende
Das Spielende richtet sich nach dem gewählten Spielmodus:
- Walk the Timeline: Es gewinnt das Team, dem es zuerst gelingt, all seine Handkarten komplett abzulegen.
- Sooner or Later: Das erste Team, das 10 Punktechips sammeln konnte, entscheidet das Duell für sich.
- Better Together: Die Gruppe gewinnt gemeinsam, wenn alle 10 Stapel erfolgreich durchgespielt wurden. Ist der Nachziehstapel vorher aufgebraucht, haben alle verloren.
- Whole Lotta Points: Nach 20 gespielten Karten werden die Punkte zusammengezählt – wer die meisten Punkte hat, gewinnt.
Fazit
Jetzt mag doch einer sagen: „Moment mal, das kenne ich doch bereits! Das gibt es doch schon!“. Ihr denkt bestimmt gleich an den Spielehit Hitster. Wer diesen mag, wird PLAY – The Music Party Game schnell wiedererkennen und lieben. Hitster hat das Genre der modernen Musik-Quizspiele zweifellos populär gemacht, doch PLAY nimmt dieses bewährte Erfolgsrezept und entwickelt es an den richtigen Stellen konsequent weiter.
Der wohl größte Pluspunkt ist die neugewonnene Flexibilität bei der Musikauswahl: Während Hitster fest an einen einzelnen Streamingdienst gebunden ist, lässt euch PLAY frei zwischen Spotify free, Spotify premium, YouTube Music und Apple Music wählen und ermöglicht vor der Runde sogar das gezielte Filtern nach bevorzugten Musikkategorien.
Auch spielerisch legt der Titel spürbar eine Schippe drauf: Statt nur am eigenen Zeitstrahl zu tüfteln, bringen gleich vier abwechslungsreiche Spielmodi – vom kooperativen Teamerlebnis über schnelle Früher-oder-Später-Duelle bis hin zur simultanen Partyschlacht – das sorgt für Abwechslung an dem Tisch.
Jetzt mag einer denken, man braucht ein teures Premium-Abo, um PLAY zu spielen. Das ist zwar praktisch, aber überhaupt nicht nötig. Hat man kein Abo, wird der Song trotzdem abgespielt, allerdings nur ein Ausschnitt (von Beginn an etwa 20 Sekunden). Das reicht aber vollkommen aus und schadet dem Spielspaß in keiner Weise.
Was ich gut und gleichzeitig noch ausbaufähig halte, ist die App. Diese wurde inzwischen geupdatet (Stand 13.08.2026) und ist mittlerweile neben iOS auch für Android verfügbar. Übrigens geht es auch ganz ohne App im Browser, aber ich finde die App doch wesentlich komfortabler. Was allerdings noch ausbaufähig ist, ist die Bedienung. Wenn man den QR-Code scannt, wird man z. B. zu Spotify Free umgeleitet und der Song spielt ab. Es gibt dadurch aber keinen direkten „Zurück-Button“ und man muss erst umständlich wieder zur App gelangen, um den nächsten Code einzuscannen (z. B. die Spielauflösung). Hier wäre eine direkte Einbindung in die App durchaus schöner gewesen, wenn auch eventuell technisch schwieriger umsetzbar.
Man kann PLAY zu zweit bis maximal 10 Personen spielen. Ich finde, zu zweit macht nur der kooperative Modus Spaß, aber selbst da sind mehr Personen einfach besser. Ich empfehle daher eine Mindestspieleranzahl von 3, besser noch 4 Personen. Das angegebene Alter ab 16 Jahren ist in Ordnung, weil man schon ein wenig Musik im Leben gehört haben sollte. Je älter man ist, umso mehr ist man im Vorteil, weil man die Lieder einfach besser kennt – gerade die älteren Stücke.
Die Stücke beginnen übrigens im Jahr 1957 und enden 2026. Nicht immer gibt es für jedes Genre auch ein Stück in jedem Jahr, aber das ist nicht schlimm. Da man bis zu vier Kategorien auswählen kann, ist immer etwas Passendes dabei.
Etwas, wo ich mir noch einen Ausbau wünsche, ist teilweise die Musikauswahl. Versteht mich nicht falsch: Es gibt Unmengen an Kategorien und für jeden ist etwas dabei. Aber ich vermisse Rubriken wie Klassik, Filmmusik, Soundtracks, Musical oder Disney. Es gibt zwar „Kinder & Familien“, aber das ist mir noch viel zu wenig. Ich hoffe, dass in Zukunft noch weitere Genres dazukommen oder eine Erweiterung erscheint. Schwierig umzusetzen wäre das meiner Meinung nach nämlich nicht – und es würde den Personenkreis noch einmal deutlich erweitern.
Welcher Spielmodus der Beste ist, das mag ich gar nicht pauschal beurteilen. Jeder Modus hat seine Eigenart und funktioniert gut. Ich selbst spiele es am liebsten kooperativ in gemeinsamer Runde. Die Länderkarten, bei denen man die Herkunft der Sängerin oder des Sängers erraten muss, sind meistens etwas für echte Kenner und die würde ich in den ersten Anfangsrunden noch nicht benutzen.
Was bleibt am Ende zu sagen? Ja, PLAY fühlt sich wie Hitster an und erfindet das Rad nicht völlig neu, aber es erweitert es um weitere Speichen und hebt das Spiel in eine neue digitale Ära. Und das ist definitiv ein Zugewinn, denn so hat der Kartenwahnsinn ein Ende und man kann trotzdem tausende Lieder entdecken. Wer also ein Spiel sucht, bei dem es weniger um das harte Regelwerk selbst, sondern um interessante Lebensgeschichten geht (man hat schließlich immer eine persönliche Geschichte zu einem Song parat), dem kann ich PLAY – The Music Party Game wärmstens empfehlen.
Name: Play – The Music Party Game
Spieler: 2 – 10
Alter: ab 16 Jahren
Dauer: 20 min
Autor(en): Mariano Di Martino
Verlag: Kosmos






