29
Okt

Le Havre (Brettspiel)

   Autor: Jens   in Le Havre

lehavreNach Agricola hat Uwe Rosenberg im Lookoutgames Verlag ein weiteres anspruchsvolles taktisches Strategiespiel herausgebracht. Schauplatz ist diesmal der Hafen der nordfranzösischen Hafenstadt Le Havre, in der mit allerlei Waren gehandelt und deren Gebäude- Infrastruktur immer weiter modernisiert werden muss.

Das Spiel findet in auf die Spieleranzahl abgestimmten Runden statt, von den jede einzelne genau 7 Züge hat. In jedem Zug wiederum führt der Spieler zwei Aktionen durch, die entweder Versorgungsaktionen sind oder Aktivitäten in einem der im Hafen befindlichen Gebäude. Zusätzlich kann er jederzeit Gebäude an- oder verkaufen sowie Schuldscheine ein- oder auslösen.

Das Grundproblem, das es zu lösen gilt, ist wie schon bei Agricola die Versorgung der (imaginären) Hafenarbeiter. Der Bedarf nimmt von Runde zu Runde zu und man ist , falls man nicht die richtige Strategie wählt, sehr schnell ausschliesslich damit beschäftigt, an Nahrungemittel heranzukommen.

Das bringt aber leider gar nichts, um das Spiel als Sieger zu beenden. denn dafür ist es Aufgabe, möglichst viel Reichtum zu erlangen, welcher durch den Besitz von Gebäuden und Bargeld gewährleistet ist. Ideal ist es, mit einer passenden Kombination aus Gebäuden und Schiffen (diese erlaichtern die Ernährung der Arbeiter) eine Engine ans Laufen zu bringen, die schnell genug ist, um in den gefühlt kurzen Zügen einer Runde rechtzeitig zum Rundenende Geld und/oder Nahrung zusammen zu bekommen.

Die verfügbaren Gebäude und Schiffe sind der Schlüssel zum Wohlstand. Die Gebäude – Funktionen dienen zur Vermehrung der Rohstoffe oder zur Umwandlung von Rohstoffen in Wirtschaftsgüter. Diese können dann für den Bau von moderneren Schiffen oder Gebäuden verwendet werden oder gewinnbringend im Hafen verkauft werden.

Das Spiel kommt eigentlich weitgehend ohne Auseinandersetzung mit dem Mitspieler aus, da alle Gebäude von jedem betreten werden dürfen, egal wem sie gehören. Der Besitzer eines Gebäudes erhält lediglich ein Nutzungsentgelt in Form von Gold oder Nährstoffen. Dies gilt auch für Gebäude in der “kommunalen” Zone der Stadt, was ein wenig suggeriert, die Stadt hätte tatsächlich eine Stadtverwaltung.

Alles in allem ist Le Havre ein hervorragend gelungenes Wirtschafts – Brettspiel, bei dem man aber ein wenig aufpassen muss, sich nicht zu sehr zu verheddern. Je weiter das Spiel fortschreitet, desto mehr Kombinationen sind möglich und desto schwieriger wird es, die richtige Entscheidung zu treffen. Fast wie im Wirklichen Leben also ;-)

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Der Beitrag wurde veröffentlicht an Mittwoch, Oktober 29th, 2008 um 01:21 gespeichert unter Le Havre. Du kannst die Antworten zu Deiner Meinung über RSS 2.0 verfolgen. Du kannst antworten , oder ein trackback auf Deine eigene Webseite setzen.

1 Eintrag

alice
 1 

Le Havre hat die Tage den Meeples Choice Award 2008 gewonnen :) Damit ist noch einmal bestätigt, wie gut das Spiel ist

Juni 26th, 2009 um 18:09

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