Die verbotene Insel

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Bild zeigt eine Blechdosen - Sonderausgabe des Verlags Gamewright

Kooperative Spiele haben einen besonderen Reiz. Die Spieler können nur gemeinsam gewinnen oder verlieren. Bei Computerspielen ist dies ein üblicher Mechanismus, bei Brettspielen gibt es inzwischen eine ganze Reihe von sehr unterhaltsamen Spielen, die kooperativ gespielt werden. Die verbotene Insel ist eins von ihnen, das in seiner etwas kompakten Form auch Einsteigern von Kooperativspielen eine Bühne bietet.

Die Spieler müssen gemeinsam vier wertvolle Artefakte von einer Insel bergen, die gerade dabei ist, im Meer zu versinken.  Jeder Spieler übernimmt dabei einen Charakter mit spezifischen Fähigkeiten. Durch geschicktes Kombinieren der Fähigkeiten kann es gelingen, die Artefakte einzusammeln, bevor sie in der großen Flut durch die sinkenden Inselteile, verschwinden.

Gesteuert wird das Spiel über zwei Kartendecks, den Flutkarten und den Artefaktkarten. In diesem Deck stecken neben den Artefakt- Symbolen, von denen jeweils vier gesammelt werden müssen, um ein Artefakt auszulösen und von der Insel zu bergen, auch noch ein paar Sonderkarten und die “Die Flut steigt” – Karten. Diese bewirken, dass alle Karten des bisher aufgedeckten Flutdecks  gemischt und wieder auf das Deck gelegt werden.

die-verbotene-insel-offenZuvor sind die Flutkarten in einer eigens dafür vorgesehenen Rundenphase immer gemäß des aktuellen Pegelstands gezogen und die entsprechenden Inselteile umgedreht worden. Angezeigt wird der Pegelstand auf einer besonderen Anzeige, auf der mit zunehmender Spieldauer auch die Steigerungen eingestellt werden.

Die verbotene Insel besteht aus insgesamt 24 einzelnen Teilen, von denen diejenigen, deren Karte gezogen wird, bei Eintritt der ersten Flut einmalig umgedreht und beim zweiten Mal aus dem Spiel entfernt werden. Dabei kann es dazu kommen, dass auch die Inselteile untergehen, auf denen sich die Artefakte (in Form von Symbolen) befinden. Noch dramatischer ist es, wenn der Hubschrauber – Landeplatz im Meer versinkt, denn damit wäre der Fluchtweg abgeschnitten und das Spiel verloren.

Überhaupt können die Spieler das Spiel nur gemeinsam gewinnen, wenn sie die Mission erfüllen und mit vier verschiedenen Artefakten im Gepäck den Hubschrauber besteigen, um erfolgreich von der Insel zu flüchten. Sollten Artefakte, einer der Spielercharaktere selbst  oder gar die gesamte Insel vorher abtauchen, gewinnt das Spiel gegen die Spieler.

Würden sie Spieler nichts unternehmen, wäre das Spiel nach wenigen Minuten zu Ende. Sie haben jedoch einige Möglichkeiten, etwas gegen die Flut zu tun. Sie können sich auf der Insel gemäß ihren Charaktereigenschaften bewegen. Dort wo sie sich aufhalten, können sie gegen Zahlung von passenden Artefaktkarten die entsprechenden Relikte an sich nehmen oder untereinander Artefaktkarten tauschen. Auch können sie bereits halb untergegangene Inselteile “trockenlegen”, also wieder auf ihre Originalseite drehen.

Die verbotene Insel fühlt sich an wie ein Wettlauf gegen die Zeit. Beinahe unaufhaltsam steigen immer mehr Wassermassen auf und drohen, auch den letzten Winkel der Insel zu überfluten. Gute Zusammenarbeit der Spieler ist unumgänglich, um nicht ein Opfer der Fluten zu werden. Dabei ist die verbotene Insel zwar nicht so komplex wie andere Spiele des Genres, beispielsweise das vom selben Autor stammende “Pandemie”, jedoch ist es ebenso gnadenlos und duldet keine groben Fehler.

Erscheinungsjahr: 2011
Verlag: Schmidt Spiele,  Gamewright
Autor: Matt Leacock
Gestaltung: C. B. Canga
Spieler: 2-4
Alter: ab 10 Jahre
Dauer: ca 30 Minuten

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