7 Wonders

7wondersAuf den Repos- Verlag sind wir zum ersten Mal aufmerksam geworden, als das kooperative Spiel “Ghost Stories” erschien. Mit 7 Wonders ist nun ein weiteres Spiel des Autors Antione Bauza herausgekommen, das die legendären sieben Weltwunder zum Thema hat.

7 Wonders ist ein Kartenspiel, das im Wesentlichen aus einem Mechanismus besteht, den man hauptsächlich aus Sammelkartenspielen wie “Magic the Gathering” kennt: dem Draft. Die Spieler erhalten eine bestimmte Anzahl von Karten (in diesem Fall 7), wählen eine von ihnen aus und geben die restlichen Karten an den linken oder rechten Nachbarn weiter. Dies wird so lange wiederholt, bis alle Karten verteilt sind.

7-wonders-offenBei den drei Draft- Runden in 7 Wonders wird nach dem Draft die gezogene Karte sofort ausgespielt.  Dabei haben die Spieler verschiedene Möglichkeiten, die Karte zu verwenden. Üblicherweise bauen sie das auf der Karte abgebildete Gebäude, errichten Ressourcen oder bilden Gilden.  Sie können aber auch Karten, die nicht in das eigene Gefüge passen, in einem von drei Plätzen in ihrem Monument verbauen. Alternativ dazu ist es auch möglich, eine Karte an die Bank zu verkaufen, beispielsweise um zu verhindern, dass ein Mitspieler sie bei sich einsetzt.

Durch das ständige Ziehen und Ausspielen von Karten wachsen die Städte um die jeweiligen Monumente. Der Reiz liegt dabei darin, zum richtigen Zeitpunkt die Rohstoffkosten einer Karte zusammenzubekommen. Zur Auswahl stehen verschiedene Kombinationen von Holz, Stein, Erz, Geld, Stoff, Papier, Glas und  es kann schon einmal vorkommen, dass die bevorzugte Karte gerade zu dem Zeitpunkt auswählbar ist, wenn sie nicht bezahlt werden kann.

Hier kommen dann die Nachbarn auf der rechten und linken Seite ins Spiel. Sollten deren Städte den fehlenden Rohstoff produzieren können, darf der aktive Spieler diesen für einen Obolus von 2 Geld in Anspruch nehmen und seine Karte ausspielen. Handel mit dem Nachbarn findet dabei allerdings nicht statt, denn der Nachbar muss diesen Kauf zwingend erlauben.

Generell spielt also jeder Spieler für sich allein, baut sein eigenes Monument aus und erweitert die Stadt. Dabei steigt in den drei Draft – Runden die Komplexität an und die Gebäude werden teurer, wenn man nicht zuvor die Voraussetzung geschaffen hat, bestimmte Gebäude kostenlos bauen zu dürfen. Dies ist dann erlaubt, wenn der Name des zu bauenden Gebäudes auf der Karte das zugrundeliegenden, bereits fertiggestellten Gebäudes vermerkt ist.

Gewinnen kann man 7 Wonders, wenn man entweder eine ausgewogene Stadt baut, die in jedem Abrechnungsbereich gute Siegpunkte erbringt, oder wenn man sich auf ein paar Genres spezialisiert, z.b. die meisten Monumentalgebäude oder die größte Militärmacht. Dazu ist aber ein wenig Glück notwendig, um möglichst viele dieser Karten in allen drei Draft-Phasen einsammeln zu können.

7 Wonders spielt sich angenehm schnell, da sowohl Draft als auch der Ausbau der Karten in etwa gleichzeitig von allen Spielern durchgeführt werden können. Die Interaktion unter den Spielern besteht dann noch darin, gegenseitig zu prüfen, ob der getätigte Anbau erlaubt ist und mit legitimen Mitteln bezahlt wurde. Genau das ist es, neben den immer wieder beklemmend erscheinenden Draft – Entscheidungen, was das Spiel kurzweilig und interessant macht. Das Spiel ist für 3-7 Spieler ausgelegt, eignet sich also auch für größere Runden. Für 2 Spieler gibt es eine Sonderregel, allerdings empfehlen wir, das Spiel mit mindestens 3 Spielern zu spielen.

Die Grafiken des Spiels sind extrem gut gelungen und wirken so monumental wie die Weltwunder selbst.  Beim Spielmaterial wird es in der zweiten Auflage einige Veränderungen geben. Die netten Holz – Geldmünzen werden gegen Stanzpappen ausgetauscht, der Karton erhält ein Inlay für bessere Ordnung und bei den Weltwundern wurden die Symboliken optimiert. Die Karten haben eine stattliche Größe von 65×100 mm und sollten zur besseren Haltbarkeit in Hüllen gespielt werden.

Insgesamt ist 7 Wonders ein kurzweiliges Spiel mit überschaubarer Spieldauer und gehört zu den interessantesten Neuheiten des Spielejahrgangs 2010/2011. Ein monumental neues Spielerlebnis entsteht freilich nicht, da einige bereits bekannte Spielmechanismen neu miteinander kombiniert wurden. Das ist legitim und wird dazu führen, dass 7 Wonders sich eine feste Fangemeinde erschließen wird.

Update 27.06.2011: 7 Wonders ist von der Jury „Spiel des Jahres“ zum Kennerspiel des Jahres 2011 ernannt worden


Erscheinungsjahr: 2010
Verlag: Repos Production
Autor: Antoine Bauza
Illustration: Miguel Coimbra
Spieler: 3-7
Dauer: ca. 30 Minuten
Altersangabe: ab 10 Jahren

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