Die SPIEL ’26 ist in den Büchern. In diesem Jahr startete die Messe mit der offiziellen Pressekonferenz in der Grugahalle, die im späteren Verlauf der Messe auch für weitere Veranstaltungen genutzt wurde.

Auch die anschließende Neuheitenschau wurde in diesem Jahr erstmals auf zwei Geschossen in der Grugahalle präsentiert. Dort wurden die wichtigsten Verlagsneuheiten und Trends des aktuellen Jahrgangs gezeigt.

Die Ausstellungsfläche ist wieder gewachsen. Halle 8, die in den Vorjahren noch als Wartehalle fungierte, ist dieses Mal ebenfalls voll durch Verlage und Aussteller belegt. 997 Aussteller aus 53 Nationen sind in diesem Jahr auf der Messe vertreten, davon lediglich 285 aus Deutschland. Die SPIEL ist eine Messe mit hoher internationaler Relevanz.

So sind auch wieder Länder vertreten, die in den letzten krisenhaften Jahren aus Kostengründen keinen Messestand gebucht hatten. Hier dürfte die Messeleitung in der Pflicht sein, den kleineren internationalen Verlagen aus Kuwait, Island oder Indonesien, aber auch den alternativen Kleinverlagen aus allen Ländern bei den Kosten entgegen zu kommen, um das eben durch diese Aussteller vorhandene besondere Flair der Messe zu erhalten.

Den internationalen guten Ruf der SPIEL hat auch die Stadt Essen, die durch die Messe schon seit Jahren einen hohen internationalen Bekanntheitsgrad genießt, wahrgenommen und bietet ein umfangreiches Programm außerhalb der Messehallen an. Unter dem Titel „Essen spielt!“ werden drei Spieleabende an besonderen Locations angeboten, es wurde oben im Rathaus, im Red Dot Design Museum und auf dem Baldeneysee gespielt.

Weitere Begleitevents fanden ebefalls statt. Tickets dafür wurden vor der Messe verlost. Ticketinhaber bekommen zudem in teilnehmenden Gastronomien Rabatte. Es gibt sogar einen der SPIEL gewidmeten besonderen Cocktail „Gin & Win“ – es bleibt aber ein Geheimnis, welche Zutaten hier enthalten sind.

Außerdem arbeitet die SPIEL Essen mit dem Ruhr Museum zusammen und unterstützt dieses bei der Organisation eines Spieletages zur Sonderausstellung „Überleben in der Eiszeit“. Am 8. November können auf der Zeche Zollverein bei zwei Slots je 200 Spielerinnen und Spieler 48 Spiele rund um das Thema Eiszeit ausprobieren und auch die Sonderausstellung kennenlernen.

Der Spielemarkt in Deutschland zeigt dieses Jahr insgesamt eine sehr gute Entwicklung. Mit +8 % bis September im Vergleich zum Vorjahr hat der Umsatz für Spiele und Puzzle zugelegt. Der gesamte Markt der Spielwaren hat 3 % Wachstum im gleichen Zeitraum zu verzeichnen.  Diese Zahlen sind ok aber nicht herausragend. In den Vorjahren habe wir hier bessere Ergebnisse gesehen.

Erneut sind vor allem die Sammelkartenspiele hier die Treiber, insbesondere Pokémon hat einen großen positiven Einfluss. Aber auch Bereiche der klassischen Kartenspiele und der Rätsel- oder Logikspiele haben sich positiv entwickelt und zeigen ein weiterhin starkes und breites Interesse neben den Gesellschaftsspielen.

Mit Peter Mohrbacher wurde ein neuer Botschafter der SPIEL Essen vorgestellt. Der US-amerikanische Künstler und Illustrator ist vor allem für seine eigene Spielewelt “Angelarium” bekannt und ist in der Community der Artists sehr bekannt. 

Deutscher Spielepreis: Artengarten gewinnt

Für uns ist das eine Überraschung, denn wir hatten Boss Fighters QR vorne gesehen. Aber Artengarten (Engl. Sactuary) ist sicher in vielen Wählerlisten auf einem der vorderen Plätze genannt worden und somit in der Summe wohl an den anderen vorbeigezogen. Hier die Erstplatzierten in der Reihenfolge.

1. Platz – Artengarten / Feuerland / Mathias Wigge
2. Platz – Boss Fighters QR / Pegasus Spiele / Michael Palm und Lukas Zach
3. Platz – Galactic Cruise / PD-Verlag / T. K. King, Dennis Northcott, Koltin Thompson

Bestes Kinderspiel – Toriki: Eine Insel voller Abenteuer / Mirakulus, Wojciech Grajkowski

Die Fairplay Scout Liste

Auch in diesem Jahr gab es wieder die Fairplay Scout Liste, bei der Spielende auf der Messe Ihre besten Spielerlebnisse bewerten können. Wir sind mit eigenen Wertungen ebenfalls beteiligt. Die Liste ist aber wie immer mit Vorsicht zu genießen, da sie eigentlich kein repräsentatives Bild abgibt. Dennoch ist sie eine Art Barometer, in welche Richtung der aktuelle Jahrgang gehen wird, ob es interessante neue Mechaniken gibt und welche Themen gerade im Trend liegen.  

Die vollständige Ergebnissliste ist bei der Zeitschirift Fairplay unter https://www.scoutaktion.de/rankings einzusehen. hier die ersten drei Platzierungen der beiden geführten Liste: 

Kennerspiele: 

  1. Platz: Nokosu Dice / Yusuke Matsumoto / Pegasus Spiele
  2. Platz: Greenwood / Christos Giannakoulas·Manolis Zachariadis / Feuerland Spiele
  3. Platz: Gibberers / Keisei / Hobby Japan

Familienspiele:

  1. Platz: Vroom / Antonin Boccara / Big Moustache Games
  2. Platz: Die Magische Bibliothek / Michael Luu / PD-Verlag
  3. Platz: Space Lab / Johannes Goupy·Corentin Lebrat / Frosted Games

Spiele, die wir entdeckt und/oder angespielt haben

Große PC-Adaptionen,
Das kann man fast als Trend interpretieren: auch in diesem Jahr gibt es wieder etliche Brettspiel-Adaptionen erfolgreicher PC-Titel, die teilweise noch via GameFound finanziert werden. Einige davon haben aber auch bereits einen Verlag gefunden und Veröffentlichungen im Handel stehen bevor.
Einige Vertreter sind: Kingdom Come Deliverence bei CGE, Elder Scrolls Betrayal of the Second Era bei Frosted Gasmes, Dying Light: Das Brettspiel bei Elznir Games, Clash of Clans: The Epic Raid von Pegasus sowie Diablo Unbound von Glass Canon Unplugged zusammen mit Blizzard (letzteres läuft jedoch über Gamefound).

Weitere Titel in zufälliger Reihenfolge:

Pocket Pisa
Kennt ihr noch Bausack? Das ist eins von Zochs erfolgreichsten Spielen und hat zu seiner Zeit das Genre der Balance Spiele neu erfunden. Mit Pocket Pisa erscheint nun ein sehr kompaktes Turmbau Spiel, das Elemente des Bausacks beinhaltet, jedoch viel kompakter daherkommt. Der Turm wird allerdings keineswegs so schief wie das namensgebende Vorbild gebaut, jedoch kann es im Spielverlauf schon einige kuriose Erscheinungsbilder des Turms geben.

Lords of Waterdeep kommt endlich nach Deutschland

Wir haben unzählige Lords of Waterdeep Partien auf dem iPad hinter uns, da dies eine der besten Brettspiel-Umsetzungen der frühen Phase war und einen gut funktionierenden asynchronen Spielmodi besaß. Schon damals hatten wir uns gewundert, dass das Spiel auf dem deutschen Markt nicht zu bekommen ist. Dem hat Asmodee jetzt ein Ende gesetzt und eine deutsche Ausgabe herausgebracht. Wer es nicht kennt Lords of Waterdeep ist ein richtig starkes Worker Placement Spiel mit vielen Entscheidungsmöglichkeiten.

Häää!??

Die Neuheitenschau in Essen ist auch deshalb so spannend, weil man Entdeckungen machen kann, die in den großen Hallen vielleicht übersehen werden. So auch bei Häää!? Das von einer kleinen studentischen Gruppe herausgebracht wurde. Das Spiel dreht das Prinzip von Stadt Land Fluss einfach um. Wir versuchen, anhand von Begriffen die zugehörige Kategorie zu erraten. Funktionierte bei uns sehr gut. Autor ist übrigens mit Ralf zur Linde kein Unbekannter.

12 Rivers

Das Spiel sieht schon rein optisch richtig gut aus. Wir sehen kleine Kugeln und einen Spielplan, der einer Murmelbahn gleicht. Bevor die Kugeln aber in die Bahn gelassen werden legen wir mit kleinen Unterbrechungsmarkern fest, wie weit die Kugeln in ihrer Bahn rollen dürfen. An Stellen, an denen sie gestoppt werden, darf der Spieler mit der passenden Farbe des Stoppers eine Kugel herausnehmen und damit eine Aktion ausführen. Hapitisch ist das wirklich eine schöne Sache.

Math Master – in Holland prämiert

Das Lern- und Brettspiel Math Masters (entwickelt vom niederländischen Verlag DutchGames) wurde mit zwei der wichtigsten Branchenpreise ausgezeichnet: dem Dutch Game of the Year Award 2026 (Jury Award) sowie dem Dutch People’s Choice Award 2026. Kopfrechnen steht dabei im Vordergrund, in der einfachen Variante nur Summe und Differenz, in der fortgeschrittenen auch Multiplikation und Bruchrechnung.

Tinctura

Spiele mit einem interessanten Thema generieren bei uns immer spontanes Interesse. Das Thema APOTHEKE suggeriert uns, dass wir es vielleicht mit dem Zusammenmixen von Arzneimitteln zu tun haben könnten. Das klingt schon mal nicht uninteressant.

Cubaneo

Wir sind riesige Fans des Spiels Cuba, das 2008 beim damals noch existierenden Verlag eggertspiele erschienen ist. Die Menschen um Verlagsgründer Peter Eggert sind aber nie verschwunden und betreiben nun mit Deep Print Games einen erfolgreichen aktuellen Verlag. Mit Cubaneo lassen sie das gute alte Cuba in einer revised Version wieder aufleben und haben die Erweiterung El Presidente gleich mit eingebaut.

Quebec

Ein weiteres Reprint ist Quebeck, erschienenen bei Spielworxx. Während die ursprüngliche Ausgabe aus dem Jahr 2011 (unter anderem bei Quined Games / Asmodee erschienen) für ihre eher funktionale, historisch-nüchterne Optik und klassische Holz-Marker bekannt ist, bringt die moderne Neuauflage ein deutlich überarbeitetes, farbenfroheres Grafikdesign, optimiertes Material und angepasste Detailregeln für einen noch flüssigeren Spielfluss, während der anspruchsvolle, strategische Kern des Originals komplett erhalten geblieben ist. Für uns ein Grund, das alte Quebec mal wieder aus dem Regal zu ziehen.

Köder & Mountain Goats Saga

Bei Ostia Spiele konnten wir gleich zwei Titel gemeinsam mit einem der Autoren, Stefan Risthaus, probespielen. Köder ist ein kurzweiliges Sammelspiel, bei dem wir Fische mit möglichst wenigen Würfeleinsätzen angeln wollen. Auch Mountain Goats Saga (Mountain Goats Legacy) konnten wir kennenlernen. Dabei handelt es sich um eine Neuauflage von Mountain Goats, die das bekannte Spielprinzip um zehn Kapitel mit sich ändernden Regeln erweitert. Unsere Ziegen versuchen weiterhin, die Berggipfel zu erreichen und dort möglichst lange zu verweilen, um Punkte zu sammeln. Die einzelnen Kapitel sorgen für Abwechslung, ohne das kurzweilige Grundprinzip zu verlieren. Anders als bei vielen Legacy-Spielen wird dabei kein Spielmaterial zerstört.

The Lord of the Rings: Circle of Conflict

Ein komplexes Roll & Write im Herr-der-Ringe-Universum, bei dem beide Seiten des Konflikts hinter Sichtschirmen gesteuert werden. Das Problem: Wir können nicht genau kontrollieren, welche Aktionen unsere Mitspieler ausführen, und müssen entsprechend mit Unsicherheiten umgehen. Das birgt einiges an Fehlerpotenzial und machte das Spiel für uns recht unübersichtlich. Ähnlich wie bei Twilight Inscription hatten wir den Eindruck, dass hier für ein Roll & Write einiges an Komplexität zusammenkommt. Da man stehts beide Seiten spielt, und im direkten Konflikt mit den jeweilgen Tischnachbarn steht, ist dies eher als Expertenspiel zu betrachten. Vielleicht hätte man hier eine Einsteigerfreundlichere Variante anbieten sollen, bei der nur eine Fraktion gesteuert wird. Wir fanden das Spiel schon zu zweit sehr herausfordernd.

Melodies

In diesem kooperativen Kartenspiel versuchen wir als Band, gemeinsam unsere Handkarten loszuwerden. Für jeden Song ist eine bestimmte Abfolge von Noten vorgegeben, die wir über die Höhe unserer ausgespielten Karten abbilden müssen. So kann beispielsweise zunächst eine hohe, dann eine niedrige und schließlich eine mittlere Note gefragt sein. Melodies spielte sich nett und unkompliziert. Wir sind gespannt, wie es sich im Vergleich zu The Beat: Rockstars of the Galaxy (das wir ebenfalls auf der Messe eingepackt haben) sowie Die Crew: Jagd um die Welt schlägt.

a_way

In a_Way liefern wir uns ein kurzweiliges Raumschiffrennen, bei dem wir nicht nur unsere Route bewältigen, sondern auch den Streckenverlauf manipulieren. Dazu fügen wir neue Karten hinzu oder drehen und verschieben bereits ausliegende Karten. Das sorgt für Bewegung auf der Strecke, allerdings erschien uns das Verhältnis von Aktions- zu Wegkarten nicht ganz ausgewogen. Durch die Aktionskarten veränderte sich das Spielfeld ständig und teilweise massiv, sodass der eigentliche Rennverlauf für uns etwas in den Hintergrund rückte. Trotzdem eine spannender und kurzweiliger Ansatz, dem wir gern noch mal eine Chance mit mehr als 2 Spielern geben wollen.

Eternal Decks

Auch Eternal Decks ist ein kooperatives Spiel, diesmal mit einem Spielprinzip, das an Sudoku und Regicide erinnert. Gemeinsam spielen wir Karten aus, um die Eternals zu erwecken. Dadurch erhalten wir wiederum neue Karten für unser Deck. Die Kombination aus gemeinsamer Planung, Deckaufbau und zahlreichen Szenarien hat uns neugierig gemacht. Wir waren so überzeugt, dass wir direkt zum Messestart ein Exemplar gekauft haben, zumal nur eine begrenzte Menge verfügbar war.

Gunsen: The Battle for Toshi Ranbo

Ein schnelles Area-Control-Spiel, bei dem wir versuchen, Marker für unterschiedliche Ziele zu platzieren. Der Vergleich mit Scythe liegt dabei durchaus nahe, denn auch hier gilt es, verschiedene Vorgaben zu erfüllen. Gunsen spielt sich allerdings deutlich schneller und konfrontativer. Das erste Kennenlernen hat uns neugierig gemacht, sodass wir uns den Titel bei Gelegenheit noch genauer ansehen müssen.

Hitster: Flying Mic

Der Name ist Programm: Ein Buzzer und ein fliegendes Mikrofon bilden den Mittelpunkt dieser Hitster-Variante. Ein Lied einfach in den richtigen Platz eines Zeitstrahls einzuordnen, reicht diesmal nicht aus. Je nach Leuchtsignal müssen wir den Titel oder Interpreten kennen oder das Lied summen beziehungsweise singen. Flying Mic ist mit den anderen Hitster-Ausgaben kompatibel und dürfte mit seinem ungewöhnlichen Gimmick auf Partys für jede Menge Spaß sorgen. Gleichzeitig könnte es genau der richtige Anreiz sein, um auch Menschen an den Spieltisch zu locken, die sonst eher selten spielen.

Leda

Leda ist ein asymmetrisches Zweipersonenspiel mit vier unterschiedlichen Fraktionen. Wir aktivieren Karten aus einem gemeinsamen, ausliegenden 4×4-Raster und versuchen dabei, weitere Karten freizuschalten und bestehende zu verbessern. Die unterschiedlichen Fraktionen versprechen abwechslungsreiche Spielweisen und machen die Asymmetrie zum zentralen Reiz des Spiels. Dabei bleibt der Komplexitätsgrad überschaubar, was uns an der Kombination besonders gefällt.

PAC-MAN: Craze Maze

Die bekannte Arcade-Figur PAC-MAN findet ihren Weg auf den Spieltisch. In Craze Maze baut jeder Spieler ein eigenes Labyrinth, aus dem PAC-MAN entkommen soll. Dabei gilt es, möglichst viele Punkte einzusammeln. Das bekannte Spielprinzip wird so um einen kreativen Kniff erweitert: Wir gestalten die Umgebung selbst und versuchen, PAC-MAN einen möglichst punktereichen Weg zu ermöglichen.

LEGO Ninjago: Destiny’s Bounty Adventures

In diesem kooperativen Spiel gehen die bekannten LEGO-Ninjago-Figuren gemeinsam ins Abenteuer. Wenn die Kinder die Schachtel nicht schon wegen der Figuren plündern, erwartet sie ein Spiel, in dem die Ninjas ihr Schiff gegen Bösewichte verteidigen müssen. Besonders interessant sind die Verbesserungen: Diese bestehen nicht nur aus Karten, sondern auch aus echten LEGO-Teilen, die an den Ninja-Figuren angebracht werden. Damit verbindet das Spiel den kooperativen Brettspielansatz mit dem bekannten Bauspaß der LEGO-Welt.

Stibitzt!

In Stibitzt! schlüpfen wir in die Rolle von Einbrechern und versuchen, bei unseren Raubzügen passende Kartensets zu sammeln. Das erinnert an die Set Collection aus Bohnanza, wird aber um Bluff-Elemente ergänzt. Denn unsere Mitspieler versuchen herauszufinden, welches Gebäude wir ins Visier genommen haben, um sich einen Teil der potenziellen Beute zu sichern. Optisch hat uns „Pinched“ (Englischer Titel) richtig gut gefallen, und auch spielerisch war das erste Kennenlernen überzeugend genug, um ein Exemplar mit nach Hause zu nehmen.

Under the Leaves – Wuselige Wiesen

Ein wuseliges Tile-Placement-Spiel, in dem wir unser persönliches Raster mit Plättchen gestalten. Bienen, Pilze und Vögel finden abhängig davon ihren Platz und sorgen für unterschiedliche Wertungsmöglichkeiten. Das Spiel ist schnell gespielt, bietet gegen Ende aber durchaus Raum für Grübeleien. Gerade in den letzten Zügen möchte man schließlich noch möglichst viel aus dem eigenen Raster herausholen.

Black Flack – Bang Nachfolger mit Piraten

In diesem geistigen Nachfolger von BANG! (Kartenspiel) sind schlüpfen wir diesemal in die Rolle von verschiedenen Freibeutern. Wie von der Serie bekannt, gibt es auch diesmal wieder den Social Deduction Anteil, denn die Spieler unterstützen je nach Spieleranzahl (max. 8) verschiedene Fraktionen. Besonders macht Black Flack, dass diesmal auf das Player Elemination-Element verzichtet wurde. Stattdessen steuert jeder Spieler noch zusätzlich ein Schiff mit verschiedenen Attributen, welches es zu versenken gilt. Gewonnen hat am Ende die Fraktion, die auf der Tauzieh-Leiste zuerst die Schatzkiste durch erfolgreiche Schiffsversenkungen erreicht – oder eben dieses über eine gewissen Anzahl Runden verhindert. Uns hat die Proberunde angeloggt und wir freuen uns bald in See zu stechen.

Beast – Hidden Movement in einem 1-gegen-Alle-Spiel

Beast von Birk Brettspiele (gefördert von der Spieleschmiede) bietet Nachschub für Fans von Hidden-Movement / 1vsMany-Spielen wie Fury of Dracula und Scotland Yard. Diesmal treibt eine Bestien in den nordischen Wäldern und Dörfern sein Unwesen und sollte gestellt werden, währende diese versucht einen Dorfbewohner nach dem anderen ins Jenseits zu befördern. Das Spiel kommt mit umfangreichen Material, verschiedenen Charakterfähigkeiten, 6 verschiedenen Bestien, verschiedenen Szenariozielen sowie angepassten Spielbrettern je nach Spieleranzahl (max. 6) und bietet damit umfangreichen Spielreiz. Wir haben uns ein Exemplar gesichert und werden demnächst detailliert berichten.

SoulBreaker – kartengetriebenes DungeonCrawler

Im Solo-Projekt (noch ohne Verlag) steigen wir per Karten-Engine zusammen in einen Dugeon ein, um Schätze zu blündern und ggf. den Boss zu killen. Allerdings verfolgt jeder der bis zu 4 Spielern auch noch eingene Ziele und man kann sich nie sicher sein, wann man von den Mitspielern verraten wird. Das Rogue-Like-Kartenspiel ist mit einer Spielzeit von ca. 2 Stunden angeben und versprichte jede Menge Spannung und athmosphärische Momente. Wir finden das jedenfalls schon sehr spannenend und freuen uns darauf, das Spiel selbst in einer ausführlichen Partie testen zu können.

Roadmaster – LKW-fahren (nicht so) leicht gemacht

In Roadmaster von Jean-Christophe Bouvier, dem Autor von Rallyman GT, geht es darum mit seinem LKW mittels Bewegungsprogrammierung verschiedene Lager anzufahren und Waren so schnell wie möglich an Ihren Bestimmungsort zu bringen. Wie von den Autobahnen gewohnt, kommt man jedoch nicht immer so schnell voran, wie man sich das vorstellt, was hier dazu führen kann, das ein anderer Spieler die Waren liefert, bevor wir es tun können. Neben dieser Grundmechanik gibt es noch Super-Missionen und Mangelkarten, die noch mehr Möglichkeiten ins Spiel bringen. Zudem gibt es mit der neuen Erweiterung „Dock’n’Roll“ nun noch einen Seehafen, in dem Container von Schiffen abgeholt werden können. Am besten sollte man mit mind. 4, besser 6 Spielern unterwegs sein, damit es richtig hitzig wird. Wer das Grundspiel antesten möchte, kann dies bei Boardgamearena tun.

NOAH – kooperativer Monsterbattler

Moou Games hat mit NOAH (Not Officially Authorized Heroes) einen modularen, kartengetriebenen Monsterbattler im Kennerbereich vorgestellt. In schicken Metaldosen befinden sich jeweils die Decks für die bis zu 4 Helden sowie für jeweils verschiedene Monster-Fraktionen wie Aliens (Basis-Set), Zombies, Geister oder Clowns. Das überschaubare aber forderdernde Regelwerk richtet sich damit an einer ältere Zielgruppe ab 14 Jahren und man sollte für eine komplette Partie um die 90 Minuten einplanen. Durch Mix&Match und asynchrone Fähigkeiten ist Teamplay gefordert, um die Missionen zu erfüllen und Gegner auszuschalten. Das Spiel gibt es in Englisch, Deutsch und Italienisch und das Starterbundle (Helden und eine Gegner-Fraktion) kann man aktuell zum Einführungspreis erwerben. Uns hat es Lust auf Mehr gemacht und wir werden demnächst berichten, wie sich eine volle Partier spielt.

Eternitum – Deckbuilder in Sci-Fi-Szenario

In diesem Deckbuilder versuchen bis zu 5 Spieler als erstes „Missionen“ zu erfüllen, um den Stein des ewigen Lebens zu erreichen. Dabei können unterwegs verschiedene Fähigkeiten ins eigene Deck aufgenommen werden, um dieses zu optimieren. Das Spiel ist im unteren Kennerspiel- oder sogar Familienspiel-Bereich angesiedelt und hat uns ein wenig an Splentor mit Kartern erinnert. Die Aufmachung ist gut gelungen und mit dem fairen Preis um die die 20 € bietet das Spiel einen spannenden Ansatz für das Genre der Deckbauspiele. Kleine Erweierungen bringen hier zusätzlichen Spielreiz. Wir würden gern noch ein paar Partien spielen, um die Synergien und Effekte der verschieden Technologien und Gebäude einmal vollständig zu durchdringen.

Ankharas / Atlas Games System – hybrider Dungeon Crawler

Ankharas und das Atals Game System von Sprama Game Labs aus Italien ist schon einge Jahre in Entwicklung und wurde als fortgeschrittener Prototyp auf der SPIEL präsentiert. Das Game System, welches zuküftig weitere Spiele unterstützen soll, ist einzigartig, da es eine mit einem speziellen Computer-Ei verbundene Neoprenmatte mit einem Tablet verbindet. Auf der Neoprenmatte werden das Spielbrett, Karten und Figuren aufgelegt. Das Tablet liefert die Reaktionen des Spiels und die Story. Das Demo-Szenario hat uns super gefallen und hat schon einen sehr ausgreiften Stand. Die Reaktion des Spiels auf die Spieleraktionen sind dabei so vielfältig, dass hier wirklich die Grenzen zwischen Brettspiel und Computerspiel verschwimmen, ohne die Haptik eines Brettspiels zu verlieren. Wir hatten hier richtig Spaß und sind überaus auf das fertige Spiel, welches demnächst per Gamefound zum Leben erweckt werden soll, gespannt.

Mercenarys wanted – Gloomhaven als schnelles Kartenspiel?

In diesem Kartenspiel in der Welt von Gloomhaven geht es darum, Helden zu rekrutieren, auf Beutezüge und Scharmützel zu schicken aber auch darum, die besten für den finalen Kampf auszuwählen und aufzubewahren. Bis zu 6 Spieler wetteifern hier um die besten Rekruten und den meisten Erfolg. Dabei werden aus Gloomhaven bekannte Symbole, Mechaniken und Klassen verwendet, um die Abstammung klar ersichtlich zu machen. Wir konnten noch keine volle Runde spielen, das Spiel bietet aber eine einsteigerfreundliche Erweiterung der Spielewelt von Cephalofair Games und hat uns als Messeneuheit neben der erwarteten Erweiterung zu Buttons & Bugs: Pub Crawlers (inkl. Promo) überracht.

Riftbound

Eigentlich schauen wir eher auf deutschsprachige Spiele, aber Riftbound ist einen Blick wert, da es ein Hybridspiel im Umfeld des PC-Klassikers League of Legends ist. Allerdings kamen wir nicht in den Genuss des Spiels, denn nur diejenigen, die im Vorfeld ein Badge gekauft hatten, konnten sich für die Ausgabe des Pick-Ups am Stand bewerben.

Das hat allerdings auch für Ärger und Enttäuschung gesorgt, denn offenbar war die Ausgabe so schlecht organisiert, dass nicht jeder, der mit einem Badge kam, auch ein Spiel erhielt, bzw auf einen anderen Tag verwiesen wurde, was denjenigen, die nur einen Tag da waren und eine lange Anreise hatten, natürlich nicht gefiel.

Side – Events

Die SPIEL präsentiert aber nicht nur Spiele, sondern bietet durch zahlreiche zusätzliche Events während der Messe auch die Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen und tiefer in die Welt der Brettspiele einzutauchen.

Wie auch in den Vorjahren bot die Halle 4 mit einer großen Bühne einen passenden Rahmen. Täglich konnte man ab 11 Uhr vielen spannenden Beiträgen und Talks beiwohnen. Wie auch in den Jahren zuvor gab es am Freitag den Educator’s Day mit dem Fokus auf Bildungsthemen. Der Samstag startete mit einer Live-Folge des Spielerischen Quartetts und der Sonntag endete mit einer durchaus lautstark gefeierten Siegerehrung des Golden Demon.

Einige Talks setzten sich mit dem Thema KI und deren Nutzung in der Spielebranche auseinander. In einer kreativen Branche wird der Einsatz von KI-Modellen meist kritisch beäugt. Die SPIEL bietet mit der Bühne nicht nur die Möglichkeit, dem Messetrubel zu entfliehen und eine Pause einzulegen, sondern auch, sich kritisch mit Themen auseinanderzusetzen. Wir hätten hier gerne noch mehr Zeit verbracht, als es uns möglich war, und freuen uns auf die sicher bald verfügbaren Videos der einzelnen Talks.

Abseits der Bühnen gab es natürlich auch einiges zu entdecken. Einige Stände boten Malworkshops an, bei denen man selbst mit Pinsel und Farben auf Figuren losgelassen wurde. Bis zum Golden Demon ist es ein weiter Weg, aber jeder hat mal klein angefangen. Die SPIEL-App half auch dabei, Demo-Events und Signierstunden mit Autoren zu finden. Bei diversen Verlagen gab es außerdem Fotowände, Glücksräder und andere Gewinnspiele.

Asmodee, das einen Großteil der Halle 7 und einen Teil der Halle 5 belegt, hatte am Freitag zu einem Kids-Event geladen. An normalen und einem riesigen Tisch konnten Neuheiten wie Azul oder Dixit Kids getestet werden. Eine riesige Dobble-Hand durfte natürlich nicht fehlen. Zumindest sie fiel am großen Tisch aufgrund ihrer Dimensionen nicht weiter auf. Ein großer Dank geht an die Asmodee-Mitarbeiter für die freundlichen Erklärungen an den Tischen.

Auch in diesem Jahr haben wir am MathTrade und der BGG Auction teilgenommen. In Halle 1A wurde durch die SPIEL ein freier Bereich für die täglichen Treffen um 15 Uhr bereit gestellt. Neben dem einen noch fehlenden Titel der Imperium Reihe, konnten wir auch noch die Herr der Ringe Varianten im Pandemie und 7 Wonder Duel Universum erstehen. Die Treffen mit anderen BGG Mitgliedern liefen zügig. Zur Identifikation wurden Namensschilder, sowie eine selbst erstellte Nummerierung in der Halle 1A genutzt. Für uns immer eine gute Gelegenheit unsere Sammlung mit ein paar „älteren“ Titeln zu vervollständigen.

Fazit und Ausblick

Was wir immer wichtig finden: Bei Flanieren durch die Hallen sehen wir viele gut gelaunte Menschen, die auf Entdeckungstour sind und richtig Lust haben, die unzählingen Neuheiten zu entdecken,bzw. ein tolles Schnäppchen zu machen.

Uns selbst erging es ebenso und wir wurden nicht enttäuscht. wir haben wieder viele nette Leute getroffen, mit ihnen Spiele ausprobiert und einige tolle Entdeckungen gemacht. Unsere „Loot-Bags“ sind prall gefüllt sodass wir genügend Material haben, um Euch in den nächsten Wochen mit unseren Eindrücken auszustatten.

Der Termin für 2027 steht übrigens bereits fest. Wir treffen uns wieder vom 21. bis 24. Oktober 2027. Vielleicht ist dann auch die letzte verbliebene Ausstellungsfläche, die Halle 1A mit weiteren Ausstellern belegt, so dass die BGG Auktion wieder einen neuen Treffpunkt braucht.

Vielleicht schaffen wir es dann sogar, einen der weiteren Events außerhalb der Messe zu besuchen und noch mehr Zeit mit Spielen zu verbringen. Die Möglichkeiten werden auch hier sicher wieder zahlreich vorhanden sein.

Messebericht SPIEL 2026 in Essen
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