Im Schutze der Burg

im_schutze_der_burg_sommer_holzEine Burg als Spiel bzw ein Spiel als Burg, wie auch immer, da gebe ich als alter Robin Hood – Fan gleich Vorschusslorbeeren, noch dazu, wenn es grafisch und ausstattungsmässig so aufwendig gestaltet ist wie „Im Schutze der Burg“ von Inka und Markus Brand, das von eggertspiele verlegt wird.

Wie im letzten Jahr bei „Cuba“ hat eggertspiele auf der Messe „Spiel 08″ in Essen wieder limitierte Auflagen in einer edlen Holzbox herausgegeben. Zudem gab es ein Set von sechs Erweiterungskarten gratis dazu.

Aber auch ohne die „Zigarrenkiste“ ist das Spiel eine wahre Augenweide. Nicht zuletzt durch den zweiseitigen Spielplan. Das Spiel hat eine Sommer- und eine Winterseite, die an kalten Winterabenden für die passende Spiel – Atmosphäre sorgt. Auf dem Winterplan findet übrigens dasselbe Spiel statt, allerdings ergänzt um einige Ereigniskarten, die den Spielverlauf beeinflussen können.

Doch genug der äusseren Reize, kommen wir zu den „inneren Werten“. Die Spiel – Elemente von „Im Schutze der Burg“ sind so unbekannt nicht. Aus „Cuba“ wurde das immer gleichbleibende Set an Personenkarten übernommen. Ein Pluspunkt, denn das Prinzip der Kombination dieser Karten ergibt reichlich Spielmöglichkeiten und bleibt jederzeit überschaubar. Lästiges Kartenmischen entfällt komplett.

Das Setzen von Gehilfen auf bestimmte Felder, um dort „Arbeit“ zu verrichten oder Punkte für die Wertung zu sammeln, haben wir schon bei „Die Säulen der Erde“ und „Carcassonne“ gesehen. Auch die Punkteleiste für die Abschlusswertung ist aus vielen Spielen bekannt und beinahe so obligatorisch wie die altbekannte Versorgung mit Rohstoffen und das Herbeischaffen des benötigten Kleingelds.

im_schutze_der_burg_winter_holzZum Spielverlauf: Zu Beginn der Partie werden allerlei Rohbauten auf den Spielplan gelegt, die nun durch Ausspielen der Personenkarten nach und nach fertiggestellt und „in Betrieb genommen“ werden, indem dort Gehilfen untergebracht und mit bestimmten Aufgaben betraut werden.

Zu Entscheiden ist in jeder Runde, welche Person wann tätig werden soll. Neben dem für Rohstoffe zuständigen „Händler“ und dem Geld eintreibenden „Boten“ können wahlweise „Steinmetz“, „Maurer“, „Arbeiter“ oder der „Baumeister“ höchstpersönlich mit dem Bau der Gebäude beauftragt werden und dafür Siegpunkte oder Geld einheimsen.

Nicht die Spielerreihenfolge, sondern der Rang der Personkarten entscheidet dabei über die Reihenfolge der Aktionen, was bei Engpässen entscheidend sein kann. Ausserdem kann in dieser Phase den „Arbeitern“ unter bestimmten Umständen der noch nicht verbaute Rohstoff abhanden kommen, indem ein Gegenspieler diesen mit einem kleinen Bestechungsgeld direkt abwirbt. Geld regiert die Welt…

Es gewinnt der Spieler, der am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte verzeichnen kann. Siegpunkte gibt es durch die oben erwähnten Bauaktionen sowie durch überlegtes Platzieren von Gehilfen -Spielsteinen in die Burg. Durch verschiedene Spezial – Funktionen der Gebäude können dort weitere Siegpunkte gesammelt werden.

Fazit:
im_schutze_der_burg_offen„Im Schutze der Burg“ kompensiert seinen Schwachpunkt der überwiegend bereits bekannten Spielelemente mit einer gelungenen Kombination derselben. Das Spiel ist insgesamt leichter zu verstehen und zu spielen als seine komplexeren, oben genannten Verwandten, bietet aber dafür nur wenige wirklich spektakuläre Elemente wie die Änderung der Spielreihenfolge durch die Rangfolge der Personenkarten. Ein Spiel für eher ruhig agierende Strategen also.

Mit einer festgelegten Rundenzahl von 12 (2+4 Spieler) bzw 15 (3 Spieler) Runden bleibt das Spiel in einem zeitlich angenehmen Rahmen von ca 90 mins. Alles in Allem ein wunderschönes, angenehm zu spielendes Brettspiel mit bewährten Spielelementen.

1 Antwort

Diesen Beitrag kommentieren