HanabiBei Hanabi ist Vorstellungskraft gefragt. Die Aufgabe: Erschaffe und zünde ein möglichst buntes, lang anhaltendes Feuerwerk (Jap.“Hanabi“). Leider stehen keine echten Knallkörper zur Verfügung, sondern wir müssen uns mit Spielkarten zufrieden geben. Auf diesen sind Feuerwerke in verschiedene Farben und Zahlen abgebildet.

Die Spieler müssen gemeinsam die Karten so auslegen, dass die Feuerwerke eine möglichst hohe Stufe erreichen. Schaffen sie das, gewinnen sie das Spiel. Machen sie aber Fehler, kann es zu Fehlzündungen kommen. Zweimal ist dies ohne Folgen, beim dritten Blitz ist das Spiel jedoch für alle verloren.

Das klingt eigentlich alles machbar, wären da nicht noch einige Regeln, die es zu beachten gilt. Die wichtigste ist ein Kuriosum, das schon für sich genommen Hanabi ins Gespräch bringt, denn auf die Frage, was für ein Spiel Hanabi ist, wird die stereotype Antwort lauten, dass es das Spiel sei, bei denen man die Karten falsch herum hält.

Die Spieler halten ihre Karten also umgedreht in der Hand, so dass sie nur die Kartenrückseiten sehen. Nur die Mitspieler sehen die Karten der Hand. Der aktive Spieler selbst kennt seine eigenen Karten also nicht.

Es existieren zwei Regeln, nach denen ein Spieler einem Mitspieler etwas über die Karten in seiner Hand verraten darf. Entweder er nennt alle Karten mit derselben Zahl oder mit derselben Farbe. Gibt er einen solchen Hinweis, muss er dafür einen von insgesamt acht Hinweis- Markern umdrehen. Dies geht so lange, bis kein Marker mehr vorhanden ist. allerdings ist es möglich, durch korrektes Ablegen von Karten Marker zurück zu gewinnen.

Kann oder möchte ein Spieler keinen Hinweis geben, hat er als weitere Zugmöglichkeit noch das An- oder Ablegen einer Karte zur Verfügung. Dies wird er dann tun, wenn seine Mitspieler ihm genügend Hinweise gegeben haben, um seine Karten eindeutig zu kennen.

Wer das Spiel zu einfach findet, kann durch Zugabe einer zusätzlichen Farbe ’bunt’ oder Weglassen eines Blitzmarkers den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Die regenbogenfarbenen Karten zählen dabei als unabhängige Farbe

Hanabi ist ein kleines und kurioses Kartenspiel mit originellem Mechanismus. Der Austausch von Hinweisen untereinander erweist sich keineswegs als trivial, denn die Hinweise müssen ja auch irgendwie in der Kartenhand festgehalten werden. Das führt zu teils sehr schrägen Kartenhaltungen, erst recht wenn neue Karten nachgezogen werden, über die dann der Spieler im Gegensatz zu den vorhandenen Karten vielleicht noch nichts weiss.

Der kommunikative Austausch unter den Spielern kann sich bei diesem Spiel sehr unterhaltsam entwickeln. Laut Regel sollen nur neutrale Informationen über Farbe und Zahlen an die Mitspieler übermittelt werden, jedoch ist man immerzu versucht, durch zusätzliche Gestiken versteckte Hinweise mitzuteilen, um dem Mitspieler die Entscheidung zu erleichtern, welche Aktion er als nächstes wählen sollte.  Zu empfehlen ist das Spiel besonders dort, wo gern viel geredet oder auf andere Weise kommuniziert wird. Als kooperatives Kartenspiel mit überschaubarer Spielzeit gehört Hanabi zu den Highlights des Spielejahrgangs 2012. Achtung: Falls nach Hanabi noch ein anderes Kartenspiel gespielt werden sollte, bitte dran denken, die Karten wieder richtig herum zu halten.


Erscheinungsjahr: 2012
Verlag: abacusspiele
Autor: Antione Bauza
Spieler: 2-5
Alter: ab 8 Jahre
Dauer: ca 30 Minuten

Hanabi
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