Fury of Dracula

fury_of_draculaUm unsere Serie der deduktiven Spiele fortzusetzen haben wir uns „Fury of Dracula“ vorgenommen. Ein Spiel aus der Feder von Christian Hand erschienen bei Fantasy Flight Games.

Dracula treibt sein Unwesen in ganz Europa und ist seinen Verfolgern Professor Van Helsing, Lord Godalming, Mina Harker und Doktor Seward stets einen Schritt voraus. Jeder Jäger ist mit einer speziellen Fähigkeit ausgestattet, um Dracula möglichst schnell zu schnappen.

Ein Spieler übernimmt die Rolle Draculas und die übrigen Spieler schlüpfen gemeinsam in die Rollen der Jäger. Egal, mit wie vielen Personen das Spiel gespielt wird, alle vier Charaktere nehmen am Spiel teil, sodass gegebenenfalls mehrere Jäger von einem Spieler gelenkt werden.

Das Spiel wird in Form von Tagen, die jeweils in sechs Spielrunden unterteilt sind, gespielt. Die Runden teilen sich in Tag- und Nachtphasen auf. Tagsüber ist es für die Jäger einfacher, den Kampf mit Dracula für sich zu entscheiden, während die Vorteile für Dracula in der Nacht deutlich zu spüren sind.

Zug Draculas

Zunächst beginnt Dracula mit seinem Zug. Dazu zieht er den Tagesmarker um eine Stufe weiter. Danach geht er verdeckt in eine Stadt, welche er in Form einer durchnummerierten und alphabetisch sortierten Karte ablegen muss. Auf diese Weise legt er in jeder Runde die Stadt, in der er sich befindet, in seine “Spur” – Leiste ab. Dies hat zur Folge, dass er eine Stadt innerhalb der sechs Runden nur einmal besuchen kann.

Neben den normalen Fortbewegungsmöglichkeiten per Straße zu Land, kann Dracula auch zu Wasser fahren. Dies kostet ihn aber nicht nur mindestens einen Blutpunkt, sondern es wird auch den Jägern angezeigt, dass sich Dracula auf See befindet.

Als besonderer Ort für Dracula ist das „Castle of Dracula“ zu sehen. Das Betreten des Schlosses wird zwar den Verfolgern angezeigt, dafür kann Dracula dort aber geheilt werden. Trifft Dracula auf einen seiner Verfolger, kommt es zum Kampf, welcher ausgewürfelt werden muss, wobei sich beide Seiten durch Ereigniskarten und Jäger zusätzlich durch Ausrüstungen verstärken können.

Um sich gegen die Jäger zu schützen, kann Dracula einen verdeckten Begegnungsmarker auf die Stadt legen, in der er sich gerade befindet. Diese Marker haben verschiedene negative  Auswirkungen auf die Jäger, die die Stadt in späteren Runden betreten. Wird die siebte Stadt besucht, geht die erste Stadt aus der Spur und kommt wieder zurück auf die Kartenhand und der darauf liegende Marker kann reifen oder mitsamt der Ortskarte in die Katakomben wandern, wo ein zusätzlicher Begegnungsmarker dem Ort zugefügt wird, sodass dieser für die Jäger noch gefährlicher wird.

Zug der Jäger

Die Jäger können Ihren Streifzug durch die Lande über die Straße, mit der Bahn, soweit diese vor Ort erreichbar ist oder zu Wasser machen. Bei der Fortbewegung mit der Bahn muss zunächst ein Bahnhof in der Stadt sein und zudem müssen die Jäger erwürfeln, ob Sie den Zug noch erreichen und wie weit dieser sie mitnimmt.

Sofern sich der Jäger am Ende seines Zuges nicht auf „Hoher See“ befindet hat er nun die Möglichkeiten sich auszuruhen, um dadurch die eigene Gesundheit zu verbessern, sich auszurüsten oder er kann bereits erlangte Ausrüstungskarten mit anderen Jägern tauschen. Beim Ausrüsten darf der Jäger, abhängig von der Stadtgröße, Ereigniskarten und/oder Ausrüstungskarten ziehen.

Dies kann sowohl die Suche nach Dracula erleichtern, als auch Vorteile im Kampf bringen. Bei Ereigniskarten kann der Jäger jedoch auch Pech haben und anstatt der mächtigen eigenen Karten, Spezialfähigkeiten von Dracula ziehen, die diesem ungesehen übergeben werden müssen. Allerdings sind die Ereigniskarten der Jäger so mächtig, dass man das Risiko, Dracula Karten geben zu müssen, eingehen sollte.

Sollte der Jäger nun endlich die Spur von Dracula aufgenommen haben, indem er einen Ort besucht, in der sich Dracula in den letzten Runden aufgehalten hat, wird die entsprechende Karte in Draculas Spur aufgedeckt und der Jäger muss sich der Begegnung, die Dracula in dieser Stadt eventuell hinterlassen hat, stellen.

Der Kampf

Trifft der Jäger in einer Stadt auf Dracula, kommt es zum Kampf. Jeder stellt sich mit der Ausrüstung dem Kampf, mit der er glaubt, diesen zu gewinnen. Dabei ist Dracula erwartungsgemäß tagsüber schwächer als nachts. Kann mit der Ausrüstung keine der beiden Seiten einen Sieg davontragen, geht es mit neuen Waffen in die nächste Schlacht. Die Stärke dabei wird erwürfelt, sodass der Glücksfaktor hier eine große Rolle spielt. Wer keine gute Ausrüstung zur Verfügung hat, kann auch versuchen, zu flüchten und so dem Kampf ohne große Blessuren zu entkommen.

Das Spiel endet, soweit die Jäger Draculas 15 Lebenspunkte geraubt haben oder wenn Dracula sechs Siegpunkte durch Vampire, besiegte Verfolger oder überlebte Tage erreicht hat.

Eigentlich ist Fury of Dracula ein sehr schön umgesetztes und super illustriertes Brettspiel. Die Tatsache, dass Dracula nachts mächtiger ist als tagsüber wurde ebenfalls genial umgesetzt. Was uns allerdings übel aufgestoßen ist, war die Tatsache, dass man trotz der besten Handkarten keine Chance hat, einen Kampf zu gewinnen, wenn dem Spieler das Würfelglück nicht hold ist. Dies ist manchmal wirklich frustrierend und lässt den Glücksfaktor gegenüber den strategischen Elementen deutlich zu stark erscheinen.

Für Gelegenheitsspieler ist bei einer Spieldauer von etwa drei Stunden das Spiel sehr langatmig. Besonders negativ ist dabei die Spielanleitung aufgefallen. Die ist nicht nur sehr komplex, sie wird zudem auch von ellenlangen Wiederholungen geprägt, sodass man teilweise beim Lesen und Zuhören abschaltet und dadurch wichtige Details verpasst. Die Spielanleitung ist also durchaus überarbeitungsbedürftig.

Alles in allem ist das Spiel wohl eher etwas für Dracula Fans, Spiele-Sammler oder für Leute mit viel Zeit Unsere Erfahrung im Spiel zu zweit war ebenfalls nicht positiv. Nicht nur, dass man ständig mit den Jägern durcheinander gekommen ist, da ein Spieler alle vier Jäger bedienen muss, es wurde auch für den Dracula -Spieler mit der Zeit langweilig, da er oft sehr lange auf seinen Zug warten musste.

Erscheinungsjahr: 2005
Autor/in: Christian Hand
Grafik: A. Navaro S. Nicely
Verlag: Fantasy Flight  / Heidelberger Spieleverlag
Anzahl Spieler: 2-5
Altersgruppe: ab 12 Jahre
Spieldauer: ca 3 Stunden

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